Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat gestern seinen langjährigen Vorsitzenden Josef Hecken verabschiedet.
Es war nach 14 Jahren die letzte Sitzung des Gremiums, die Hecken geleitet hat. "Wie kein Zweiter hat Hecken den G-BA geprägt und zu der zentralen Instanz im deutschen Gesundheitswesen gemacht, die sie heute ist", schrieb Bernhard van Treeck, Unparteiisches Mitglied beim Gemeinsamen Bundesausschuss, auf LinkedIn. "Josef Hecken, das heißt tiefe Fachkunde, Fleiß, Unerschrockenheit, Fairness politisches Geschick, Verlässlichkeit und den unbedingten Willen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ein Vorbild - nicht nur für mich."
Auch die Trägerorganisationen des G-BA würdigten Hecken. Durch dessen engagiertes Wirken habe sich der G-BA zu einer Institution entwickelt, die nicht nur fachlich hoch kompetent und sorgfältig, sondern auch zügig, offen und sehr kommunikationsstark agiere. "Die Arbeit des G-BA hat sich in erster Linie am Ziel einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten zu orientieren – für dieses Primat hat Herr Professor Hecken wie kein anderer gestanden", sagte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.
Es sei Hecken stets ein Anliegen gewesen, die gemeinsame Selbstverwaltung zusammenzuführen und einen fairen Interessensausgleich herzustellen, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß. "Auch dort, wo wir als Vertreter der Kliniken einmal nicht seiner Meinung waren oder er sich unseren Vorschlägen nicht anschließen konnte, war das Miteinander von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt. Dafür danken wir ihm sehr und wünschen ihm Gesundheit und Zufriedenheit."
Hecken wird seine Tätigkeit als unparteiischer Vorsitzender des G-BA zum 30. Juni 2026 auf eigenen Wunsch beenden. Nachfolgerin wird Sonja Optendrenk, bislang Staatssekretärin im hessischen Gesundheitsministerium.
Der 1959 in Neuwied geborene Jurist Hecken bekleidete sein Amt seit Juli 2012. Zuvor war er unter anderem Gesundheitsminister des Saarlandes (2004 bis 2008) und Staatssekretär im Familiemministerium (2009 bis 2012).
fa
