Übernahme geplatzt

Fusion von Vivecti und Sana Einkauf ist vom Tisch

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Sana
Die Übernahme von Sana Einkauf durch Vivecti ist vom Tisch. Das Kartellamt sah Risiken für den Wettbewerb. © Sana-Kliniken

Die geplante Übernahme der Sana Einkauf und Logistik GmbH durch die Vivecti Group ist gescheitert.

Die Unternehmen haben ihre Zusammenschlussanmeldung beim Bundeskartellamt zurückgezogen. Das teilte die Behörde am Donnerstag in Bonn mit.

Kooperation im Einkauf 

Sana und Vivecti erklärten, die Fusionskontrollanmeldung nach einem "konstruktiven und intensiven Dialog“ mit dem Bundeskartellamt freiwillig zurückgenommen zu haben. An dem Ziel einer stärkeren Zusammenarbeit im Einkauf halten beide Unternehmen jedoch fest. Diese sei weiterhin "sinnvoll und notwendig". Über das weitere Vorgehen wollen Sana und Vivecti nun gemeinsam beraten.

Damit platzt die größte Übernahme im deutschen Krankenhaus-Einkauf seit Jahren. Vivecti und Sana Einkauf gehören zu den mit Abstand größten Einkaufskooperationen im Gesundheitsmarkt. Gemeinsam hätten sie nach Angaben des Bundeskartellamts deutlich mehr als die Hälfte des Beschaffungsvolumens für medizinischen Sachbedarf auf sich vereint.

Bereits Ende Juni hatte die Wettbewerbsbehörde erhebliche Bedenken gegen den Zusammenschluss angemeldet. Die anschließend von den Unternehmen vorgeschlagenen Zusagen reichten aus Sicht des Kartellamts nicht aus, um die Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Nachdem die Behörde am 3. November angekündigt hatte, zeitnah eine Entscheidung treffen zu wollen, zogen die Unternehmen ihre Anmeldung nun zurück.

Kartellamt sieht Gefahr für den Wettbewerb

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, sagte: "Krankenhäuser sind auf leistungsfähige Einkaufsdienstleister angewiesen. Der Zusammenschluss von Vivecti und Sana SEL hätte den Wettbewerb erheblich geschwächt. Zwar können größere Einkaufsvolumina bessere Konditionen ermöglichen. Eine zu starke Nachfragemacht kann aber auch zulasten der Lieferanten gehen und gerade in innovativen Branchen wie der Medizintechnik den Innovationswettbewerb schwächen." Zudem sei nicht sicher, ob mögliche Vorteile größerer Einkaufsvolumina tatsächlich bei den Krankenhäusern ankämen.

Nach Angaben der Wettbewerbsbehörde handelt es sich bei Einkaufskooperationen um Plattformmärkte, die von Größenvorteilen und Netzwerkeffekten geprägt sind. Dadurch kann ein Selbstverstärkungseffekt entstehen, der es kleineren Wettbewerbern unmöglich macht, mit sehr großen Anbietern Schritt zu halten, heißt es weiter in der Mitteilung der Behörde.

Übernahmevorhaben angekündigt

Vivecti hatte die Übernahme von Sana Einkauf Anfang des Jahres angekündigt. Der von dem Private-Equity-Investor Nordic Capital kontrollierte Gesundheitsdienstleister ist im Einkaufsgeschäft über seine Tochter Prospitalia aktiv. Sana Einkauf und Logistik wiederum gehört zur Sana Kliniken AG, dem drittgrößten privaten Krankenhauskonzern Deutschlands.

cs

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