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Kliniken lehnen Gesetzentwurf ab

Niedersächsische Krankenhäuser protestieren gegen Stationsapotheker-Pläne

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Mit 180 lebensgroßen Pappfiguren hat gestern die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) vor dem Landtag in Hannover dagegen demonstriert, künftig verpflichtend Stationsapotheker anstellen zu müssen. Mit der Aktion wollte die NKG den Mitgliedern des Sozialausschusses verdeutlichen, dass die geplante Änderung für die mehr als 180 Kliniken nicht umsetzbar sei. „Die Krankenhäuser werden in spätestens drei Jahren gegen dieses Gesetz verstoßen müssen“, teilte NKG-Verbandsdirektor Helge Engelke mit. Denn auf dem Arbeitsmarkt seien nicht ausreichend Fachkräfte verfügbar.

Der Gesetzesentwurf der rot-grünen Landesregierung sieht vor, dass jede Klinik mit mehr als 300 Betten einen Stationsapotheker haben muss. Dieser soll unter anderem den Medikamentenverbrauch kontrollieren. Aus Sicht der NKG könnten Stationsapotheker zwar die Arzneimitteltherapie-Sicherheit erhöhen. Sie verbesserten zudem die medizinische Versorgung. Das Ziel der Landesregierung, die Patientensicherheit zu erhöhen, werde jedoch nicht erreicht.

Die niedersächsischen Krankenhäuser kritisierten zudem die mangelnde Finanzierung. Mehrkosten für Stationsapotheker seien nicht in den Fallpauschalen enthalten. Weder das Land noch die Krankenkassen wollten die Kosten übernehmen. Die Krankenhäuser müssten die zusätzlichen Stellen dann selbst finanzieren. Das würde jedoch einen Personalabbau an anderer Stelle bedeuten, so der NKG-Vorsitzende Hans-Heinrich Aldag.

Die Fachzeitschrift f&w hatte im vergangenen Jahr über das Konzept der Stationsapotheker berichtet, das es beispielsweise an Universitätsklinikum Heidelberg gibt. Hintergrund für die geplante Gesetzesänderung in Niedersachsen sind Morde und Mordversuche eines Krankenpflegers. Er hatte mehreren Patienten tödliche Medikamente gespritzt.

Autor

 Hendrik Bensch

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