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Morbi-RSA

Ostdeutsche Länder contra Bayern

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Im Streit um eine Reform der Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen haben sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der BibliomedManager vorliegt, zu Wort gemeldet. Beide wenden sich dagegen, die Mittel für die Krankenkassen im Zuge einer Reform des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) nach regionalen Gesichtspunkten zu gewichten. Sie warnen: „Eine Einbeziehung systemfremder regionaler Komponenten in den Morbi-RSA würde zu erheblichen negativen Auswirkungen und Problemen in der Gesundheitsversorgung in den ostdeutschen Ländern führen.“

Derzeit erhalten die Krankenkassen pro Versichertem eine Kopfprämie aus dem Gesundheitsfonds, mit dem sie ihre Leistungs- und Verwaltungsausgaben decken müssen. Allerdings erhalten Kassen eine höhere Prämie, wenn ihr Versichertenklientel bestimmte Morbiditätskennzeichen aufweist, wovon derzeit vor allem die AOKen profitieren, weshalb es deutliche Kritik von Ersatz- und Betriebskassen an dem Mechanismus hagelt. Unter anderem wird eine Regionalkomponente gefordert, die Schwesig und Ramelow aber ablehnen. „Die in den ostdeutschen Ländern geschaffenen und kostengünstigen Versorgungsstrukturen würden ansonsten deutlich benachteiligt“, schreiben sie in ihrem Brief an die Kanzlerin.

Weiter heißt es dort: „Eine Regionalisierung des Morbi-RSA würde bewirken, dass Geld aus den eher unterversorgten Gebieten in die eher überversorgten Gebiete fließt“, eine Regionalisierung des Morbi-RSA würde also die ländlichen Räume „massiv benachteiligen“. Damit treffen die beiden Ministerpräsidenten einen wunden Punkt einer möglichen Jamaika-Koalition, heißt es doch in deren ersten Ergebnispapier zum Thema Gesundheit: „Besonderer Anstrengungen bedarf es für eine flächendeckende Sicherstellung einer guten Versorgung im ländlichen Raum und in unterversorgten Quartieren.“

Dem widerspricht die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Hummel (CSU). In einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) fordert sie unter anderem die „Einführung eines Regionalfaktors beim Finanzausgleich der Krankenkassen“.  

In der aktuellen Ausgabe von "f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus" legt der Vorstandsvorsitzende der Barmer, Christoph Straub, ein Konzept zur Reform des Morbi-RSA vor.

 

Autor

Dr. Stephan Balling

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