Gemeinnütziger Pflegeanbieter holt Kapital an der Börse

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Die SeniVita Sozial GmbH will ihre Eigenkapitalbasis durch die Ausgabe börsennotierter Genussscheine stärken. Der gemeinnützige Pflegeanbieter, nach eigenen Angaben einer der größten privaten Heimbetreiber Bayerns, plant die Platzierung der Genussscheine an der Frankfurter Börse noch im zweiten Quartal 2014. Es wäre nicht der erste Gang an den deutschen Kapitalmarkt, wo SeniVita als hierzulande erstes gemeinnütziges Unternehmen bereits 2011 eine Anleihe emittierte.

Das Geld soll laut SeniVita Neu- und Umbaumaßnahmen bankenunabhängig finanzieren. „Der Bedarf an Pflegeeinrichtungen der neuesten, fünften Generation steigt immens“, sagte SeniVita-Gründer und –Geschäftsführer Horst Wiesent gestern in Bayreuth. Darunter versteht das Unternehmen eine Kombination aus seniorengerechtem Wohnen, Pflege in der Wohnung und Tagesbetreuung in einem einzigem Gebäudekomplex. „Sie können dort leben, wie sie es gewohnt sind, haben dabei jedoch die Sicherheit einer rund-um-die-Uhr-Betreuung nach ihrer Wahl“, so Wiesent weiter. Angehörige könnten nicht nur zu Besuch kommen, sondern auch übernachten, gemeinsam mit den Bewohnern kochen oder sich selbst um die Versorgung kümmern. Die Wohnflächen seien hierfür doppelt so groß, als es bei der stationären Pflege der Fall wäre. Gleichzeitig seien „die Kosten für den Einzelnen oder für die Kommunen niedriger, weil dieses Konzept nach dem Grundsatz ‚ambulant vor stationär‘ vom Staat besser gefördert wird.“

Bereits in den vergangenen Jahren hatte SeniVita zur Finanzierung des weiteren Wachstums wiederholt verzinsliche Genussrechte emittiert, jedoch bislang ohne den Börsenhandel einzubeziehen. „Um dies auf einer starken Eigenkapital-Basis tun zu können, wollen wir das Instrument eines börsennotierten Genussscheins nutzen, der für uns als gemeinnütziges Unternehmen die beste Lösung darstellt“, sagte Wiesent. Die gemeinnützige GmbH konnte zuletzt einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro vorweisen, bei einem Umsatz von rund 55 Millionen Euro. Aufgrund des konstanten Wachstums stieg das Sachanlagevermögen gegenüber 2012 um 78 Prozent auf etwa 46 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens betrug im letzten Jahr mit cirka 22 Millionen Euro rund 40 Prozent. SeniVita beschäftigt etwa 1.000 Mitarbeiter, die über 900 Bewohner in 15 Einrichtungen betreuen.

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