PEPP-Kritiker erhalten Zugeständnisse

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Es kommt Bewegung in den Streit um PEPP, dem pauschalisierenden Entgeltsystem für die Psychiatrie und Psychsomatik, das 2015 starten soll. Neben etlichen Modifikationen am neuen Abrechnungsformat steht im Rahmen der Einführung nun auch eine Verlängerung der Options- sowie der budgetneutralen Phase im Raum. Diese Schonfristen um zwei Jahre zu strecken war eine der Hauptforderungen der betroffenen Krankenhäuser. Der Vorteil: In der 2015 startenden sogenannten budgetneutralen Phase soll die neue Abrechnung zwar bereits angewendet werden, jedoch ohne das bisherige Budgetvolumen anzutasten.

CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sagte auf dem gestrigen Frühjahrsempfang der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), er könne sich eine Verlängerung der beiden Phasen um jeweils ein Jahr vorstellen. Die Psych-Verbände hatten dies unter anderem auf dem 13. Nationalen DRG-Forum gefordert, verbunden mit grundsätzlicher Kritik an PEPP.

In Reaktion auf die Kritiker haben die Selbstverwaltungspartner nun eine Reihe Modifikationen am PEPP-System beschlossen, wie der GKV-Spitzenverband stellvertretend heute in Berlin bekannt gab. In ihrem Auftrag hatte das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) eine Überarbeitung veröffentlicht, die eine präzisere Abbildung des Versorgungsaufwands entsprechend seines Verlauf vorsehe.

So sollen künftig auch ergänzende Entgelte für bestimmte Intensivbehandlungen und 1:1-Betreuungen bei Erwachsenen abrechenbar sein. Zudem werde es indikations- und verweildauerabhängig gleiche Tagessätze geben, mit denen die Vergütungssprünge der vergangenen Jahre künftig vermieden werden sollen. Neu sei auch, dass der Entlassungstag mit dem neuen Entgeltkatalog ab 2015 abrechenbar sein werde. Dies haben der GKV-Spitzenverband, die DKG und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) als Selbstverwaltungspartner Anfang April entsprechend vereinbart.

Nach den Zugeständnissen an die PEPP-Kritiker „liegt der Ball bei den psychiatrischen Krankenhäusern“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Die Ballannahme der Kritiker blieb aber zunächst aus. So war die Bundesarbeitsgemeinschaft der Träger Psychiatrischer Krankenhäuser (BAG Psychiatrie) für eine Stellungnahme kurzfristig nicht zu erreichen.

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