Spahn: Qualität soll in die Vergütung einfließen

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Die vorhandenen Qualitätsdaten zum stationären Leistungsgeschehen können dazu dienen, die Versorgung zu verbessern und finanzielle Anreize zu setzen. Dies sagte Jens Spahn anlässlich des ersten Qualitätstages der Krankenhäuser am Freitag in Berlin. Ob das aus den USA stammende Modell Pay for Performance dafür die Lösung ist, ließ der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion offen. Jedoch müssten jetzt erste Schritte erfolgen, um Qualitätsaspekte in die Vergütung einfließen zu lassen. So sollten sich Zu- und Abschläge für Mehrleistungen unter anderem daran orientieren, ob ein Krankenhaus besonders gute Qualität liefert und deswegen verstärkt von Patienten aufgesucht wird. Auch im Hinblick auf Selektivverträge und die Krankenhausplanung soll künftig Qualität eine größere Rolle spielen. Die Ursachen für regionale Qualitätsschwankungen innerhalb Deutschlands, etwa bei Hüft- und Knie-Operationen, müssen analysiert werden, forderte Spahn. „Ich sage das frei von Vorwürfen", betonte der Politiker. „Aber wir müssen über die Leitlinien für die Indikationsstellung diskutieren". Parallel dazu sei die Finanzierungsdebatte zu führen. Die Spannbreite, wozu die einzelnen Bundesländer bereit seien, sei groß. Der Bund gebe aber nur Geld, wenn er die Strukturen beeinflussen könne.

„Die Politik muss uns nicht erst zu einer Qualitätsoffensive bringen", betonte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Die DKG hatte zum Qualitätstag eingeladen, um unter anderem ihre Positionen zur Weiterentwicklung der Qualitätssicherung und der Patientensicherheit vorzustellen. Nirgendwo werde in der stationären Gesundheitsversorgung Qualitätssicherung in der Tiefe und Breite betrieben wie in Deutschland. Die Krankenhäuser seien gewissermaßen Opfer ihres eigenen Erfolges – je mehr man über sie wisse, desto größer die Ansprüche der Öffentlichkeit und desto mehr Ansätze für Kritik gebe es. Die Krankenhäuser stellten sich dem Wunsch nach noch mehr Transparenz. Gleichzeitig sei nun aber auch der niedergelassene Bereich verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Und es sei streng darauf zu achten, dass Qualitätssicherung zielorientiert betrieben werde, da mit jeder Maßnahme ein beträchtlicher Aufwand verbunden sei.

Eine schärfere Definition des Begriffs Qualität mahnte Alfred Dänzer an. „Alle wollen Qualität – aber was ist Qualität?", fragte der DKG-Präsident. Statt angebliches Fehlverhalten aufzudecken und anzuprangern, sei eine sachliche Auseinandersetzung über das Thema notwendig. Mit Blick auf das neue Qualitätsinstitut warnte Dänzer davor, immer noch mehr Daten zu sammeln. Es existierten 464 Qualitätsindikatoren aus 30 Leistungsbereichen. 25 Prozent aller Krankenhausfälle seien bereits erfasst. In dieser Hinsicht sei Deutschland Weltmeister – nicht aber beim Ergebnis. Es stelle sich also die Frage, ob das Richtige gemessen werde. Solange hier keine Klarheit herrscht, machen auch Bonus-Malus-Regelungen und Mengendiskussionen im Zusammenhang mit Qualität keinen Sinn, so die Botschaft.

» Die Positionen der DKG zur Weiterentwicklung der Patientensicherheit

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