Krankenhäuser in Niedersachsen besonders stark gefährdet

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Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) hat die vollständige Refinanzierung der Personal- und Sachkosten der Krankenhäuser in der Region gefordert. Diese müssten außerdem mit auskömmlichen Finanzmitteln für Investitionen ausgestattet werden. Sonst werde es schon kurzfristig schwierig, die flächendeckende stationäre Versorgung aufrecht zu erhalten. Die Krankenhausgesellschaft reagiert damit auf den kürzlich erschienenen Krankenhaus Rating-Report. Besonders kritisch sei die Lage in Niedersachsen und Bremen, heißt es darin. Auch in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern hätten vergleichsweise viele Häuser große Schwierigkeiten. Der Report des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) zeigt, dass aufgrund der schlechten Finanzsituation der deutschen Krankenhäuser bis 2020 etwa 13 Prozent von ihnen aus dem Markt ausscheiden werden.

Bereits im Frühjahr habe der NKG- Indikator 2014 gezeigt, dass zwei Drittel der Krankenhäuser in Niedersachsen erhebliche wirtschaftliche Probleme haben und in ihrer Existenz bedroht sind. Laut der Erhebung verzeichnen 50,62 Prozent der Krankenhäuser einen negativen Jahresabschluss für 2013. Berücksichtige man zusätzlich die Krankenhäuser, die lediglich einen „ausgeglichenen" Abschluss (rote oder schwarze Null) ausweisen und somit keine Rücklagen bilden können, sind 69,76 Prozent der Krankenhäuser im Land in ihrer Existenz bedroht. „Zwei Drittel der Krankenhäuser können somit nicht oder nicht ausreichend in ihre Zukunft investieren und sind damit gefährdet", sagte NKG-Direktor Helge Engelke. „Die Landesregierung ist einmal mehr gefordert, den Etat für die Investitionsförderung endlich mit den erforderlichen Geldern auszustatten. Neben der Sozialministerin stehen auch der Finanzminister und der Ministerpräsident in der Verantwortung." Allein in Niedersachsen betrage der Investitionsstau rund 1,5 Milliarden Euro.

Ebenso zwingend sei die Höhe der Landesbasisfallwerte zur Finanzierung der stationären Leistungen anzupassen. Die Krankenhausgesellschaft fordert die Bundespolitik auf, statt Symptome zu behandeln, endlich eine ausreichende und verlässliche Basis für die Bezahlung von Krankenhausleistungen zu schaffen. Nur so könnten die Einrichtungen auch künftig eine hochwertige stationäre Versorgung mit qualifizierten Mitarbeitern gewährleisten. Ab dem 18. Juli wollen die Krankenhäuser in Niedersachsen im Rahmen einer Aktionswoche erneut auf die bedrohliche Lage in der stationären Versorgung aufmerksam machen und um die Solidarität der Bevölkerung für „ihr Krankenhaus" bitten. Dazu wird es in zahlreichen Einrichtungen Aktionen und Informationsangebote geben. Auch in mehreren Innenstädten gehen die Kliniken aktiv mit ihren Forderungen auf die Menschen zu. Am 25. Juli findet die zentrale Abschlussveranstaltung in Hannover statt.

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