Wortgefecht zwischen Kassenärzten und Barmer wegen Terminvergabe

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Die Barmer GEK hat am Mittwoch mit deutlichen Worten auf Aussagen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) über die geplante zentrale Terminvergabestelle für Facharzttermine reagiert. „Es ist Zeit für ein professionelles Terminmanagement in den deutschen Arztpraxen, mit dem die Benachteiligung von gesetzlich Versicherten endlich beseitigt werden kann", forderte Barmer-GEK-Chef Christoph Straub in einer Reaktion auf Äußerungen der KBV. Er begrüße die Absicht der Bundesregierung „ausdrücklich", die Wartezeiten für Patienten auf einen Facharzttermin zu verringern. Straub weiter: „Die mitunter überlangen Wartezeiten auf eine Psychotherapie sind ebenfalls nicht akzeptabel." Auch dieser Bereich benötige eine ebenso konkrete wie verpflichtende Terminvergabe.

Zuvor hatte die KBV eine von der Forschungsgruppe Wahlen in ihrem Auftrag durchgeführte Umfrage veröffentlicht, nach der 92 Prozent der Befragten ihr Vertrauensverhältnis zum letztbesuchten Arzt sowie dessen Fachkompetenz als „gut" oder „sehr gut" einschätzen. In der Umfrage wurde auch das Thema Wartezeiten abgefragt. „Wie in den Jahren zuvor zeigt sich auch hier, dass die derzeit herrschenden Wartezeiten objektiv nur von wenigen als zu lang empfunden werden", sagte Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Nur einem von zehn Befragten habe es bei seinem letzten Arztbesuch nach eigener Einschätzung zu lange gedauert, bis ein Termin zustande kam. 62 Prozent der Befragten erhielten innerhalb von drei Tagen einen Arzttermin, so das Ergebnis der Umfrage.

Von den Plänen der Bundesregierung, Terminservicestellen zu errichten, hätten 36 Prozent der Versicherten gehört. Zwei Drittel der Befragten empfänden eine zentrale Vergabestelle als gut, jedoch glaubten nur 30 Prozent, dass sich damit Wartzeiten verkürzen ließen. „Wir lehnen eine zentrale Lösung ab, da diese nicht nur die Arztfreiheit aufhebt, sondern auch dem Wunsch vieler Patienten entgegenläuft", erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen. „Immerhin 72 Prozent der Befragten sagen, dass sie nicht zu irgendeinem, sondern zu ihrem Wunscharzt möchten. Eine zentrale Terminservicestelle kann solche Wünsche jedoch nicht berücksichtigen."

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