Weltweiter Aufschrei gegen Preis für Hepatitis-Arznei

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In Deutschland und den USA warnen Politiker und Vertreter von Krankenversicherungen vor einer Überlastung der Gesundheitssysteme durch den hohen Preis für Sovaldi, das neue Medikament gegen Hepatitis C des Pharmaherstellers Gilead. So formt sich hierzlande eine breite Allianz gegen „Mondpreise" bei Medikamenten, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) berichtet. Nach Berechnungen der AOK Niedersachsen könnte Sovaldi in Deutschland im laufenden Jahr zu Kosten von einer Milliarde Euro  führen.

„Hier versucht ein Hersteller die Möglichkeit auszunutzen, dass im ersten Jahr nach der Zulassung der Preis für ein Arzneimittel vom Hersteller frei gesetzt werden kann", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Hilde Mattheis, der HAZ. Wenn der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Selbstverwaltung dem Medikament einen Zusatznutzen im Vergleich zu herkömmlichen Arzneien bescheinigt, muss dann innerhalb eines Jahres ein Preis zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und dem Pharmahersteller verhandelt werden. Dieser sollte nach Ansicht von Kassenärzten und Krankenkassen künftig dann rückwirkend vom ersten Tag an gelten.

Auch in Amerika wächst die Empörung über den hohen Preis. In einem Gastbeitrag für die Website des Fernsehsenders CNNschrieb Karen Ignagni, Vorstandsvorsitznde der Vereinigung von Amerikas Krankenversicherern, bereits Mitte Juli, wenn alle an Hepatitis C erkrankten US-Bürger das Medikament bekämen, würde das dem US-Gesundheitssystem 268 Milliarden Dollar Kosten, mehr als das Gesamtbudget für Arzneien im Jahr 2012, das 263 Milliarden Dollar betragen habe. Die Prämien für Versicherungen könnten im kommenden Jahr allein wegen Sovaldi um acht Prozent steigen. Ignagni warnte vor einem „Blankoscheck" für die Pharmaindustrie. Sie plädierte für ein „Ende unbegrenzter Preise".

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