Neue Runde im Streit über Nutzenbewertung

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Techniker Krankenkasse (TK) und Industrieverbände streiten über den Nutzen neuer Medikamente. Anlass ist der von der TK am Mittwoch vorgelegte „Bestandsmarktreport 2014". Studienautor Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen und sein Team untersuchten für den Report  „17 Wirkstoffe - anhand von Kriterien der evidenzbasierten Medizin und auf Basis von TK-Verordnungsdaten", wie die TK mitteilte. Glaeskes Fazit: „Keiner der untersuchten Wirkstoffe hat es in der Ampel-Bewertung auf 'grün' geschafft. Die Präparate sind sehr teuer, haben häufig aber gegenüber bisher verfügbaren Mitteln keinen wesentlichen Zusatznutzen für den Patienten. Damit sind auch höhere Preise nicht gerechtfertigt."

Die Nutzenbewertung von patentgeschützten Medikamenten des Bestandsmarkts wurde Anfang des Jahres eingestellt. Nur noch neue Medikamente werden nun auf ihren Nutzen hin untersucht. Erst wenn ein Zusatznutzen zu bereits vorhandenen Medikamenten nachgewiesen wird, dürfen die Pharmahersteller nach dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) einen höheren Preis verlangen.

Das Urteil der TK und der Wissenschaftler rief bei den Pharmaherstellern Empörung hervor. Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (VFA), verwies in einer Mitteilung auf das Preismoratorium für Arzneimittel und den gesetzlich festgelegten Mengenrabatt in Höhe von sieben Prozent, der bis 2017 verlängert wurde. „Im Gegenzug wurde bewusst auf eine Zusatznutzenbewertung älterer Medikamente verzichtet. Mit den genannten praktikablen Alternativen zum Bestandsmarktaufruf sparen die Krankenkassen dieses Jahr rund zwei Milliarden Euro zu Lasten der Pharma-Industrie", so Fischer, die ferner auf eine schlechte Versorgungsquote bei Arzneimitteln mit Zusatznutzen hinwies. „In manchen Fällen liegt die AMNOG-gerechte Versorgungsquote mit Innovationen unter 10 Prozent," erklärte die VFA-Hauptgeschäftsführerin.

Noch schärfer fiel die Kritik des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) aus: „Der von der Techniker Krankenkasse (TK) und dem Zentrum für Sozialpolitik vorgestellte Bestandsmarktreport ist ein politisch motiviertes Dokument ohne tragfähiges wissenschaftliches Fundament", kritisierte der Verband.

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