Umfrage: Ärzte von morgen wollen nicht aufs Land

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Deutschlands Nachwuchsmediziner zieht es in die Städte, ob als freiberuflicher oder angestellter, niedergelassener oder Klinikarzt. Darauf deutet zumindest eine Befragung der Universität Trier unter rund 11.500 Medizinstudenten hin, deren Ergebnisse heute von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung veröffentlicht wurden. Rund die Hälfte der Studenten gaben demnach an, später auf keinen Fall in einem Ort mit weniger als 2.000 Einwohnern arbeiten zu wollen. Etwa genauso viele tendierten dazu, in der ambulanten Versorgung tätig werden zu wollen, wobei sich der Wunsch nach einem Angestelltenverhältnis mit dem nach einer Freiberuflichkeit die Waage hielt. Drei Viertel der Befragten konnten sich aber auch vorstellen, in einer Klinik zu arbeiten.

„Diese Werte sind eine Herausforderung für die ambulante Medizin, aber auch eine Chance", sagte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Wir dürfen jetzt in unseren Bemühungen nicht nachlassen, die Attraktivität des Arztberufes in der ambulanten Versorgung zu stärken." Regina Feldmann, der andere Teil der KBV-Doppelspitze, sieht in den Ergebnissen auch einen Beleg, „dass der drohende Ärztemangel eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft darstellt". Denn es spielten einerseits die sogenannten weichen Faktoren wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder flexible Arbeitszeitgestaltung der Umfrage zufolge eine immer stärkere Rolle bei der Wahl für ein Fachgebiet. Gleichzeitig könnten die Studierenden mit einer Tätigkeit auf dem flachen Land nichts anfangen. Hier für eine höhere Attraktivität zu sorgen, könne deshalb nicht „Aufgabe der Ärzteschaft allein sein. Hier sind auch die Kommunen und die Politik gefragt", sagte Feldmann.

Als auffällig bezeichnete es die KBV in diesem Zusammenhang, dass das Image einiger Facharztgruppen der Grundversorgung, wie Urologie, Dermatologie und Augenheilkunde „eher kritisch" ausgefallen sei. Die Studenten waren nach der Einschätzung der jeweiligen Facharztrichtung in der Bevölkerung, bei Kommilitonen sowie praktizierenden Medizinern befragt worden. In der Allgemeinmedizin schätzten die Teilnehmer demnach das Ansehen in der Bevölkerung verhältnismäßig hoch ein, unter Kommilitonen und Kollegen aber deutlich niedriger.

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