Kliniken ignorieren Mindestmengen

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Die deutschen Kliniken halten offenbar die Mindestmengenvorgaben für komplizierte Operationen nicht ein. Das geht aus einer aktuellen Studie von Forschern der Universität Witten/Herdecke über die Effekte der Mengengrenzen hervor. Danach sollen Krankenhäuser in bestimmten Fällen nur behandeln dürfen, wenn sie eine Mindestfallzahl vorweisen können. Die Wissenschaftler untersuchten die Qualitätsberichte von fast 2.000 Krankenhäusern aus 2004 bis 2010 und kamen zu dem Ergebnis, dass je nach Operation bis zu 15 Prozent der Patienten in Kliniken behandelt wurden, die die Vorgaben nicht einhielten.

Geprüft wurden die Berichte anhand von 6 Eingriffen, die Mengenvorschriften unterliegen: komplizierten Operationen an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse, dem Einbau von Knievollprothesen sowie Transplantationen von Leber, Niere oder Stammzellen. „Gut die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser führen mindestens eine dieser Behandlungen durch", sagte Werner Cruppé, Mitglied der Forschergruppe, gestern in Witten. Je nach Behandlungsart wäre dies 5 bis 45 Prozent dieser Einrichtungen jedoch gar nicht erlaubt gewesen. Die Zahl der Verstöße sei dabei über die Jahre stets gleich geblieben. „Daher müssen wir wohl davon ausgehen, dass die Versorgungsqualität der Patienten hierdurch nicht wie erhofft positiv beeinflusst wurde", so Cruppé.

Die vom Gemeinsamen Bundesausschuss vorgegebenen Mindestmengen sind eigentlich verbindlich und können zu Konflikten mit den Kassen über die Vergütung führen. Kliniken, die diese Mengen unterschreiten, können in ihren Qualitätsberichten zwar Ausnahmetatbestände angeben, etwa Notfalleingriffe oder den Aufbau eines neuen Leistungsbereichs. Auch die Landesbehörden können eigene Sonderregeln treffen. Jedoch dokumentierten laut der Studie nicht alle Kliniken diese Ausnahmen in ihren Berichten.

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