Saarland will klinische Demenzversorgung verbessern

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Das Saarland will die Ergebnisse einer Studie zur Demenzversorgung in Krankenhäusern in den Arbeitsalltag überführen. Einer neuzugründenden Arbeitsgruppe aus Ärzten und Pflegern kommt dabei die Aufgabe zu, die bereits entwickelten Handlungsempfehlungen auf die einzelnen Kliniken im Land zuzuschneiden, wie das saarländische Gesundheitsministerium bei der Präsentation der Forschungsergebnisse aus dem Modellprojekt „Demenz im Krankenhaus" mitteilte. Es sei wichtig, auf Grundlage dieser Resultate „demenzsensible Strukturen und -prozesse" zu entwickeln und damit dementiell Erkrankte im Krankenhaus künftig besser zu versorgen, sagte Gesundheitsminister Andreas Storm in Saarbrücken.

Aus dem Modellprojekt entstanden 5 Handlungsempfehlungen, die nun weiterentwickelt werden.

  1. In allen saarländischen Kliniken sollen Weiterbildungen, auch mit Fallbegleitungen, für Ärzte und Pflegekräfte durchgeführt werden.
  2. Bei der Aufnahme eines Patienten soll ein Kurzscreening auf Demenz durchgeführt werden. Falls sich ein Demenzverdacht ableitet, ist eine Kooperation mit einem fachärztlichen Konsiliar angeraten.
  3. Die Kliniken benennen Projektverantwortliche und richten runde Tische mit interdisziplinärer Besetzung ein, um die fachliche interne Kommunikation in den Akutkliniken zu sichern.
  4. Bei der Konzipierung und Umsetzung demenzfreundlicher Strukturen und Prozesse sollen unterschiedliche Zielgruppen differenziert werden (delirgefährdete bzw. an Delir erkrankte Personen, Personen in verschiedenen Demenzstadien), um bedürfnisgerechtere Konzepte entwickelt zu können.
  5. Wissensinhalte sollen konsequent in die Ausbildungsordnungen integriert werden.

Das Pilotprojekt „Demenz im Krankenhaus" war auf zwei Jahre angelegt und sah unter anderem die wissenschaftliche Fallbegleitung in den Einrichtungen vor, um daraus einen besseren Umgang mit Demenzerkrankten zu entwickeln. Das Vorhaben wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Krankenhäuser im Saarland unter Beteiligung von fünf Häusern getragen. Im bisher unveröffentlichten Abschlussbericht, der Station24 vorliegt, stellen die Autoren etliche Probleme in der klinischen Demenzversorgung fest. So fehlten etwa häufig räumliche Orientierungshilfen und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Demenzkranken. Auch der persönliche Umgang mit den Patienten sei nicht genug auf die speziellen Bedürfnisse dementiell Erkrankter ausgerichtet. Das führe in den Häusern dazu, in der Pflege zusätzliche und nicht gegenfinanzierte Arbeit zu erbringen, wenn etwa vorgeschriebene Liegezeiten überschritten werden oder es bei der Behandlung Probleme auftreten.

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