195 Klinikstandorte schließen?

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15 Prozent der Klinikstandorte der Grund- und Regelversorgung sind aus Sicht von RWI-Krankenhausexperten Boris Augurky verzichtbar. Der Ökonom beziffert die Gesamtzahl dieser Standorte auf 1.300. Damit könnten 195 Klinikstandorte geschlossen werden. Allerdings gelte dies nur in Gebieten, in denen es keine Unterversorgung gebe, also eine Klinik innerhalb von 30 Autominuten erreichbar sei, sagte Augurzky auf einer Pressekonferenz zur Krankenhausplanung des Verbandes der Ersatzkassen (VDEK). In den wenigen Gebieten in Deutschland, in denen dies derzeit nicht möglich sei, müsse dagegen über Sicherstellungszuschläge nachgedacht werden. Auch in einem Gastbeitrag für das Fachportal BibliomedManager plädierte Augurzky jüngst für „gezielte Anreize zu Marktaustritten", um effiziente Krankenhausstrukturen zu schaffen.

Grundsätzlich baut der VDEK auf deutschlandweit einheitliche Qualitätsstandards, aber eine dezentrale Krankenhausplanung auf Länderebene. Vor allem in der Notfallversorgung fordert VDEK-Vorstandsitzende Ulrike Elsner „einheitliche Kriterien". Da Rettungsdienste eine besondere Bedeutung für die Versorgung besäßen, müssten diese auch mit in die Krankenhausplanung einbezogen werden, sagte Elsner auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die VDEK-Vorsitzende forderte „eine enge Zusammenarbeit zwischen Land, Vertretern der Krankenhäuser und Krankenkassen auf Landesebene, um das Versorgungsangebot vor Ort bedarfsgerecht zu steuern". So könne Über-, Unter- und Fehlversorgung entgegengewirkt werden.

Christoph Dodt, Präsident der Deutschen Gesellschaft Notfall- und Akutmedizin (DIGNA) sprach sich dafür aus, Einrichtungen, die in der Notfallversorgung bestimmte Strukturanforderungen nicht erfüllen, von der Versorgung auszuschließen. In Gebieten, in denen es dann einen Mangel gäbe, sollten Vorhaltekosten „gegebenenfalls durch Sicherstellungszuschläge" finanziert werden, erklärten Dodt und Augurzky in gemeinsamen Empfehlungen für eine „Krankenhausplanung 2.0" im Auftrag des VDEK.

Derzeit arbeitet die Bund-Länder-Arbeitsgruppe an Eckpunkten für eine große Krankenhausreform. Der Münchner Gesundheitsökonom Günter Neubauer zeigte sich diesbezüglich auf Anfrage des BibliomedManager skeptisch und fürchtet „wieder nur ein notdürftiges Flicken am einheitlichen Basisfallwert".

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