NRW-Kliniken führen Klage gegen AOK-Klinikvergleich fort

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Nächste Runde im Rechtsstreit um das Krankenhausvergleichsportal der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK): Die Kreiskliniken Gummersbach-Waldbröl und das St. Antonius Hospital Eschweiler werden bei Sozialgerichten ein Hauptsacheverfahren beantragen, um eine endgültige Unterlassung der Veröffentlichung der Werte aus der AOK-eigenen Qualitätssicherung aus Routinedaten (QSR) herbeizuführen. „Aufgrund zahlreicher Rückmeldungen aus unseren Mitgliedshäusern haben wir erhebliche Zweifel, ob die Ergebnisse der AOK aussagekräftig sind und die sogenannten ‚Lebensbaum-Bewertungen‘ eine objektive Einschätzung der Behandlungsqualität bieten", sagte der Geschäftsführer Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), Matthias Blum, gestern in Düsseldorf.

Der AOK-Krankenhausnavigator greift im Wesentlichen auf die Kliniksuche der „Weissen Liste" zurück. Das Projekt der Bertelsmann Stiftung und etlicher weiterer Organisationen des Gesundheitswesens, darunter auch die AOK, nutzt die Daten aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser, um Patienten und Versicherten einen Vergleich zwischen einzelnen Einrichtungen zu ermöglichen. Die AOK ergänzt diese „Suchergebnisse" mit einer Analyse eigener Patientendaten im Rahmen der „Qualitätssicherung mit Routinedaten" (QSR). Symbolisch stehen dafür bis zu 3 grüne Lebensbäume neben den jeweiligen Suchergebnissen. Das gilt jedoch bisher nur für 4 besonders häufige stationäre Behandlungen, etwa dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks. Ziel sei es, den Versicherten zusätzliche Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität einzelner Krankenhäuser ermöglichen.

Der Krankenhausverband zweifelt jedoch die wissenschaftliche Haltbarkeit der QSR-Ergebnisse an und unterstellt der AOK, sie nutze sie aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. „Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es der Krankenkasse nicht um die Interessen der Patienten, sondern um die Schließung von Krankenhäusern und den Abbau von vermeintlichen Überkapazitäten geht", sagte Blum. Die Kliniken sprächen sich klar für einen Qualitätswettbewerb aus, „wenn dieser von unabhängiger Seite auf methodisch sauberer Grundlage und mit transparenten und fairen Spielregeln stattfindet." Der Dachverband unterstützt die Musterklage der beiden Kliniken im Namen der 370 Kliniken in dem Land.

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