Rabattverträge für 700-Euro-Pille

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Der US-Pharmahersteller Gilead hat für seine Hepatitis-C-Blockbuster Sovaldi und das wohl noch bessere Nachfolgepräparat Harvoni einen Rabattvertrag mit der AOK Niedersachsen geschlossen. Dies geht aus einem Schreiben Gildas an die Ärzte hervor, das BibliomedManager vorliegt. „Damit können die beiden Arzneimittel zu wirtschaftlicheren Konditionen zur Verfügung gestellt werden", schreibt Gilead-Geschäftsführer Carsten Nowotsch in dem Brief. Der Rabattvertrag gelte unabhängig von der noch laufenden Nutzerbewertung bei Harvoni und der noch laufenden Preisverhandlung bei Sovaldi.

Gilead verlangt für Sovaldi im ersten Jahr nach der Marktzulassung 700 Euro pro Tablette. Das hat zu einer scharfen Debatte über die Preispolitik bei innovativen Arzneimitteln geführt. Zuletzt waren die Preisverhandlungen zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und Gilead gescheitert, die GKV hat die Schiedsstelle angerufen, wie der BibliomedManager gestern berichtete. Neben der AOK Niedersachsen haben auch die Barmer GEK sowie die AOK Rheinland/Hamburg eigene Verträge geschaffen, wie die "Tageszeitung" gestern in ihrer Online-Ausgabe berichtete. Auch die Techniker Krankenkasse (TK) befinde sich „in Verhandlungen mit Gilead um einen Rabattvertrag", zitiert das Blatt einen TK-Sprecher.

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbands, Florian Lanz, habe die Alleingänge einzelner Kassen „nicht kommentieren" wollen und lediglich darauf hingewiesen, dass kollektive Erstattungsbetragsverhandlungen für 80 Millionen gesetzlich wie private Versicherte „etwas anderes" seien als Individualverträge einzelner Kassen. Den Kassen stünden diese aber „selbstverständlich frei", zitiert die Taz den GKV-Sprecher.

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