Gegen Erreger helfen auch Investitionen

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Die Infektionsdiskussion müsse versachlicht werden, forderte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, gestern in Berlin. Anlässlich einer entsprechenden Debatte im Gesundheitsausschuss im Bundestag machte er deutlich: „Wie der Fall Kiel zeigt, kann trotz konsequenter Einhaltung von Hygienemaßnahmen das Risiko einer Erregerübertragung nicht ausgeschlossen werden." Aus Sicht der Krankenhäuser fehlt den öffentlichen Forderungen nach mehr Hygiene der Wille zur konkreten Umsetzung.

So kostet die Testung und Behandlung aller rund 18 Millionen Krankenhauspatienten laut DKG circa 1 Milliarde Euro – zu viel für die finanziell klammen Kliniken. „Das können die Krankenhäuser angesichts einer jährlichen Investitionslücke von etwa 3 Milliarden Euro und einer Quote von 40 Prozent Krankenhäusern mit roten Zahlen alleine nicht schultern", sagte Baum. Er wies darauf hin, dass es ausgerechnet die Kassen waren, die zuletzt im Gemeinsamen Bundesausschuss die Finanzierung besserer Hygienemaßnahmen blockiert hätten.

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verhinderte demnach einen Beschluss, der niedergelassenen Ärzten deutlich erweiterte Möglichkeiten zum Erkennen und Behandeln von Patienten mit multiresistenten Keimen vor Beginn eines geplanten Krankenhausaufenthaltes an die Hand gegeben hätte. Die offiziellen Auslösekriterien für die Testung einer Infektionsbesiedelung sind laut DKG zudem hinter den Kriterien des zuständigen Robert-Koch-Instituts (KRINKO) geblieben. Während die Kliniken also bereits nach KRINKO-Maßstäben arbeiteten, verweigerten die Kassen, diese „zum Bestandteil der leistungsrechtlichen Regelungen zu machen", so Baum. Der Gesetzgeber sei gefordert, mit einer klaren Finanzierungsregelung Abhilfe zu schaffen.

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