Wissenschaftler kritisieren Defizite in der Palliativversorgung

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Die Betreuung unheilbar Kranker ist hierzulande nach Ansicht führender Experten immer noch unterentwickelt. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften übten in einer gemeinsamen Stellungnahme deutliche Kritik an den „erheblichen Defiziten", die sich im internationalen Vergleich zeigten. Der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Palliativversorgung, Hans-Peter Zenner, forderte deshalb gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern eine bundesweit einheitliche Palliativversorgung.Deutschland liege bei der Palliativversorgung „höchstens im Mittelfeld", sagte Zenner, der auch Medizin-Professor an der Universität Tübingen ist, am vergangenen Freitag in Berlin.

Länder wie die USA, Großbritannien und Schweden seien wesentlich besser aufgestellt. Hierzulande gebe es „zu viele weiße Flecken". Der Zugang sei weder gleich noch gerecht, so Zenner. So gebe es in einigen Regionen etwa spezialisierte Teams, die sich um Patienten mit unheilbaren Krankheiten kümmerten, in anderen nicht. Auch an den Schnittstellen etwa zwischen ambulanter und stationärer Versorgung gebe es Probleme. Dort nachzubessern sei gerade in der Palliativversorgung wichtig, denn um einen Patienten kümmerten sich bis zu 80 Experten wie Mediziner, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Psychologen, Geistliche oder auch Juristen. Zu den Forderungen zählt auch eine lückenlose Finanzierung, denn bislang sei dies in den Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt. Außerdem müsse die Forschung gestärkt werden, denn noch wisse man zu wenig über eine optimale Palliativversorgung.

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 Nadine Millich

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