Charité macht 7,6 Millionen Euro Gewinn

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Über einen „positiven Jahresabschluss in Höhe von 7,6 Millionen Euro" freute sich am Mittwochmittag bei der Bilanzpräsentation der Charité Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Senatorin für Jugend, Bildung und Wissenschaft. „Wir sind jetzt im vierten Jahr, dass es gelingt ein Plus beim Jahresabschluss vorlegen zu können", lobte Scheeres die Führung von Deutschlands größtem Krankenhaus. Die Grundsanierung des Bettenhochhauses – ein Wahrzeichen der Charité – habe „sehr gut funktioniert", inklusive des zeitweisen Umzugs der Betten. „Wir sind im Zeitplan", stellte Scheeres fest. Der Jahresabschluss muss noch abschließend vom Aufsichtsrat genehmigt werden.

Nach Angaben von Klinikumsdirektor und Finanzvorstand Matthias Scheller betrug das operative Ergebnis 30,5 Millionen Euro nach 16,2 Millionen Euro im Vorjahr. Die Einnahmen seien um drei Prozent gestiegen. Der Umsatz habe 1,2 Milliarden Euro betragen. Scheller sprach von einer „Entwicklung von vollstationären Fällen hin zu ambulanten". Den Angaben zufolge legten die ambulante Fälle um 3,1 Prozent zu, während die Verweildauer um 1,7 Prozent sank. Scheller lobte den deutlichen Anstieg des Landesbasisfallwerts um 3,5 Prozent im vergangenen Jahr. Dieser habe aber trotzdem nicht ausgereicht, die Lohnsteigerungen von gut fünf Prozent auszugleichen. Bei den eingeworbenen Drittmitteln habe die Charité im vergangenen Jahr einen Zuwachs von zwei Millionen Euro auf 151 Millionen Euro verzeichnet, trotz einiger Transparenzprobleme.

„Was dem Aufsichtsrat und dem Land Berlin sehr wichtig ist, ist dass die Leistungsfähigkeit der Charité erhalten bleibt", sagte Scheeres mit Blick auf Spitzenplätze in Rankings, verwies aber auch auf das „Standing der Charité im europäischen Vergleich". Scheeres: „Wir arbeiten weiter daran, im Bereich, der Wissenschaft und Forschung an die Spitze zu gelangen. Es geht auch darum, dass die Forschungsergebnisse rasch ans Bett der Patienten gelangen, und dass wir internationale Wissenschaftler nach Berlin ziehen."

Das Land Berlin werde in den kommenden Jahren massiv in die Charité investieren, kündigte die Senatorin an und verwies auf ein 69 Millionen Euro schweres Programm. Ein Schwerpunkt dabei sollen demnach die Hochschulambulanzen sein, die zuletzt 1969 grundlegend saniert worden seien. „Hier wollen wir einsteigen", versprach Scheeres. Zur Frage der Bettenzahl sagte Scheeres: „Die Charité hat überproportional Betten in der Vergangenheit abgebaut. Der Aufsichtsrat hat sich klar positioniert, dass er den Beschluss des Senats für überholt hält, nach dem die Charité noch weitere Betten abbauen sollte." Schließlich wachse die Stadt Berlin derzeit deutlich. Karl Max Einhäupl, Vorstand der Charité, verwies darauf, dass eine gewisse Größe nötig sei, um weiterhin international sichtbar zu bleiben.

Einhäupl prangerte trotz des positiven Ergebnisses eine mangelnde Finanzbasis der Universitätskliniken an: „Die Bundespolitik muss sich etwas einfallen lassen, weil ich befürchte, dass wir in fünf Jahren sonst nur noch Krankenhäuser mit defizitären Bilanzen haben werden." Für das von ihm geleitete Krankenhaus seien schwarze Zahlen überaus bedeutsam: „Ich glaube wenn die Charité ihr Vertrauen aufs Spiel setzt, dann tut sie sich selbst keinen Gefallen. Die Charité ist eine internationale Marke geworden. In dieser Situation ist es für uns eine Aufgabe, nicht nur medizinisch Top zu sein, sondern auch wirtschaftlich." Einhäupl dankte den 16.000 Mitarbeitern der Charité für ihr Engagement.

Von „schwierigsten Rahmenbedingungen" sprach Finanzvorstand Scheller. „Es quietscht wirklich auf der Felge", sagte er mit Blick auf die schlechte Finanzausstattung der Kliniken. Man stehe „Seite an Seite" mit den vielen anderen Universitätskliniken, die derzeit tief in den roten Zahlen steckten. Einhäupl lobte die Investitionsanstrengungen des Berliner Senats: „In diesem Jahr haben wir allen Grund glücklich zu sein."
 

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