G-BA entwickelt komplexe Qualitätsindizes

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Für ein einzelnes Krankenhaus kann die sogenannte Hospital Standardized Mortality Ratio (HSMR) als Kennzahl genutzt werden, um einen ersten Hinweis über die Qualitätsentwicklung der Einrichtung zu geben. Für ein Benchmarking von Krankenhäusern untereinander ist sie aber ungeeignet, da zu viele Qualitätsindikatoren unberücksichtigt bleiben. Das ist eine der zentralen Aussagen der Fachtagung „Sterblichkeitsrate im Krankenhaus – die standardisierte Kennzahl?", welche vergangene Woche von der Initiative Christliche Krankenhäuser in Deutschland (CKiD) und Qualitätsindikatoren für Kirchliche Krankenhäuser (QKK) gemeinsam veranstaltet wurde. Die HSMR vergleicht die Anzahl der in einem Krankenhaus innerhalb eines bestimmten Zeitraums beobachteten Sterbefälle mit der über ein Risikomodell errechneten Anzahl der zu erwartenden Sterbefälle.

In Deutschland sei die Kennzahl ins Zentrum des Interesses von Fachexperten und der Gesundheitspolitik wegen ihrer scheinbar leichten Verständlichkeit geraten, sagte QKK Vorsitzender Christoph Scheu. Erste Kalkulationen auf der Basis deutscher Daten seien unter anderem auch durch den QKK vorgenommen worden. Das Diskussionsergebnis der Fachtagung bestätige jedoch, eine Prüfung der Aussagekraft von HSMR sowohl in Bezug auf die Qualitätsbewertung als auch hinsichtlich ihres Wertes als Informationsquelle für die Bevölkerung stehe noch aus. 

„Ich sehe HSMR nicht als Globalindikator, sondern als einen unter vielen", erklärte Dr. Regina Klakow-Franck, Unparteiisches Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). „Die Diskussion im Gemeinsamen Bundesausschuss geht nicht dahin, die HSMR zu einem Gesamtindikator aufzuwerten. Stattdessen haben wir bereits den Weg eingeschlagen, komplexere Qualitätsindizes zu entwickeln", so Klakow-Franck. So habe der G-BA vom AQUA Institut Patientenfragebögen entwickeln lassen, um Daten etwa über die Indikationsstellung aus Patientensicht zu erhalten.

Die HSMR aber sei eine wichtige Kennzahl über die Sterblichkeit im Krankenhaus, die der G-BA für die externe stationäre Qualitätssicherung bereits messe – z.B. in dem Leistungsbereich über die Koronarchirurgie. „Im G-BA haben wir deshalb die Weichen dafür gestellt, künftig prioritär die Routinedaten als Datengrundlage zu nutzen. Im engeren Sinne sind damit die Sozialdaten nach § 284 SGB V gemeint", so Klakow-Franck. Damit werde die HSMR auch in den G-BA Verfahren Einzug halten.

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