G-BA konkretisiert Vorgaben für Qualität

  • News des Tages

Krankenhäuser, die minimalinvasive Herzklappeninterventionen durchführen wollen, müssen künftig jährlich in Form von Checklisten nachweisen, dass sie die qualitätssichernden Mindeststandards erfüllen, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in einer gesonderten Richtlinie festlegen wird. Das hat der G-BA in seiner Sitzung vergangene Woche beschlossen. Nach den noch nicht in Kraft getretenen Beschlüssen des G-BA dürfen künftig nur noch solche Krankenhäuser eine kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) oder das Clipverfahren an der Mitralklappe durchführen, die sowohl eine Fachabteilung für Kardiologie als auch eine für Herzchirurgie vorhalten. Der G-BA ergänzte zudem laut einer Mitteilung eine Regelung für gemeinsame Einrichtungen, die von zwei rechtlich selbständigen Krankenhäusern betrieben werden. Auch diese dürfen künftig TAVI erbringen, sofern sämtliche Struktur- und Prozessqualitätsanforderungen der Richtlinie erfüllt werden.

Des weiteren beschloss der G-BA, dass der Leistungsbereich Koronarangiographie und perkutane Koronarintervention (PCI) im Verfahren der externen stationären Qualitätssicherung künftig nicht mehr zu dokumentieren sein wird. Für diese Verfahren werde ab dem Jahr 2016 ein sektorenübergreifendes Qualitätssicherungsverfahren eingeführt, erklärte Regina Klakow-Franck, unparteiisches G-BA-Mitglied. Der G-BA hat darüberhinaus eine überarbeitete Datensatzbeschreibung für die Qualitätsberichte der Krankenhäuser beschlossen.

Neben den Beschlüssen zu den Qualitätsvorgaben der Krankenhäuser hat der G-BA einen Antrag zur Bewertung der optischen Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei bestimmten Augenerkrankungen angenommen und ein entsprechendes Prüfverfahren eingeleitet. Das Ergebnis werde darüber entscheiden, ob die bisher im Rahmen der vertragsärztlichen ambulanten Versorgung nicht verordnungsfähige Untersuchungs- und Behandlungsmethode künftig ambulant zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angewendet werden darf.

Auch die Nutzenbewertung von Arzneimitteln stand auf der Agenda: Der G-BA hat das Verfahren für Glybera, einem Orphan Drug zur Behandlung der Stoffwechselerkrankung Lipoproteinlipasedefizienz ausgesetzt. Dem Wirkstoff Ibrutinib zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell-Lymphopm (MCL) bescheinigte der G-BA einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Die Frist für die Nutzenbewertung des Wirkstoffs Crizotinib zur Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms verlängerte der G-BA bis zum 1. April 2016. Dem Wirkstoff Lurasidon zur Behandlung der Schizophrenie bescheinigte der G-BA keinen Zusatznutzen. Die Nutzenbewertung des Wirkstoffs Alipogentiparvovec wurde vorläufig bis zum 7. Mai 2015 ausgesetzt.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche



Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich