Laumann startet Entbürokratisierungstour für die Pflege

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Das Programm für Karl-Josef Laumann, Staatssekretär und Pflegebeauftragter der Bundesregierung, in den kommenden acht Wochen ist eng getacktet: 15 Veranstaltungen mit 8.000 angemeldeten Teilnehmern will Laumann auf seiner „Entbürokratisierungstour" für die Pflege in ganz Deutschland absolvieren. „Die Bürokratie ist für die in der Pflege Tätigen der Motivationskiller Nr. 1", begründete Laumann die Tour am Montag vor Journalisten in Berlin.

Der Staatssekretär will Vertreter von Pflegeeinrichtungen vom so genannten „Strukturmodell zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation" überzeugen, das die ehemalige Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege, Elisabeth Beikirch, erarbeitet hat. Das Modell sei in mehr als 60 Pflegeeinrichtungen erfolgreich erprobt worden, sagte Laumann. Die großen Wohlfahrtsverbände – unter anderem Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt – die kommunalen Verbände und die privaten Anbieter hätten sich zu dem Modell bekannt.

Laumann sagte, er habe darüber hinaus mit allen 17 Medizinischen Diensten der Krankenkassen (MDK) gesprochen und ihnen die vereinfachte Dokumentation näher gebracht, ebenso mit den Heimaufsichten. Alle unterstützten das neue Konzept ohne Vorbehalte. Dem Konzept zufolge sollen künftig nicht mehr sämtliche pflegerische Tätigkeiten dokumentiert werden, sondern nur noch Auffälligkeiten, insbesondere wenn vom Pflegekonzept abgewichen werde. Laumann verwies darauf, dass die Caritas im Erzbistum Köln zu dem Schluss gekommen sei, das auf diesem Wege zwei Drittel der bisher für die Dokumentation nötigen Arbeitszeit eingespart und somit für originär pflegerische Tätigkeiten genutzt werden könne.

Beikirch verwies auf die 640 Multiplikatoren, die derzeit ausgebildet würden, um in den Pflegeheimen und bei den ambulanten Diensten künftig das neue System vorzustellen.
Die Expertin sagte, dass die Umstellung auf das neue System in den Heimen mindestens ein Jahr Zeit in Anspruch nehmen werde. Als Ansprechpartner stehe auch ein zentrales Büro in Berlin bereit
 

Autor

Dr. Stephan Balling

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