Ärztliche Assistenz bei Selbsttötung wird nur selten angefragt

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Im klinischen Alltag wird der Wunsch nach ärztlicher Hilfe bei der Selbsttötung weitaus weniger geäußert als es in der öffentlichen Wahrnehmung den Anschein hat. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Mitgliedern-Umfrage zur ärztlichen Versorgung von Krebspatienten, die die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) gestern in Berlin vorgestellt hat. Damit wolle man zur Versachlichung der Sterbehilfe-Debatte beitragen, sagte Dr. Jan Schildmann vom Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin an der Ruhr-Universität Bochum. Zwar seien 43 Prozent der teilnehmenden Ärzte von Patienten angesprochen worden, ob sie grundsätzlich zur Assistenz bei einer Selbsttötung bereit wären, konkrete Anfragen zur Verschreibung von entsprechenden Medikamenten hätten allerdings nur 13 Prozent der Befragten erhalten.

Diskussionsbedarf besteht offenbar auch innerhalb der Ärzteschaft. Denn die Ärztlich Assistierte Selbsttötung wird auch innerhalb der DGHO kontrovers gesehen. Für 57 Prozent der Befragten käme es unter keinen Umständen in Frage, einen Patienten bei der Selbsttötung zu unterstützen, indem sie tödliche Medikamente zur Verfügung stellen. Für 34 Prozent aber sei dies vorstellbar. Außerdem befürworten in der Umfrage nur 41 Prozent der Fachärzte das in der Musterberufsordnung festgeschriebene Verbot der ärztlichen Assistenz bei der Selbsttötung, 36 Prozent lehnten es ab. Der geschäftsführende DGHO-Vorsitzende, Prof. Mathias Freund, forderte, die Regelung des §16 Absatz 3 der Musterberufsordnung zu streichen. Hilfe zur Selbsttötung dürfe grundsätzlich nicht strafbar sein. Auch dürfe es kein strafrechtliches Stigma für die Selbsttötung geben. Das müsse auch für organisierte Sterbehilfe gelten, so Freud.

Die DGHO hat ihren Fragebogen an insgesamt 2812 Mitglieder per E-Mail versendet. Teilgenommen haben 775 Ärzte und damit knapp über ¼ der Mitglieder. Die Zusatzqualifikation zum Palliativmediziner besitzen 283 der Teilnehmer.

>> Weitere Informationen zur Umfrage

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