Patientenrechte werden zu wenig thematisiert

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Nur etwa jeder zehnte Arzt ist mehrfach von Patienten auf deren Rechte angesprochen worden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Gesundheitsmonitors der Barmer GEK und der Bertelsmann Stiftung zum Patientenrechtegesetz (PatRG).

Rund 800 Ärzte aus Klinik und Praxis wurden befragt, wie sie die Patientenrechte generell und das 2013 verkündete Patientenrechtegesetz im Speziellen wahrnehmen. Es zeigt sich, dass Rechte und Möglichkeiten zur Sicherheit der Patienten in den Gesprächen mit Ärzten wenig thematisiert werden. Für eine aktivere Wahrnehmung der Patientenrechte sprach sich deshalb Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, aus.

Wenn die Patienten darauf zu sprechen kommen, geht es ihnen vor allem um die Einsicht in ihre Krankenunterlagen. Das gaben 77 Prozent der Ärzte an. 40 Prozent der Patienten wollen über Behandlungsalternativen aufgeklärt werden. Doch 62 Prozent der Ärzte wurden nach eigener Aussage noch nie von Patienten auf Patientenrechte angesprochen. Die Studieninitiatoren vermuten, dies könne ein Hinweis darauf sein, dass Patienten entweder ihre Rechte nur sehr zurückhaltend einfordern oder sie gar nicht kennen. „Deshalb ist die jetzt geplante Überprüfung des Gesetzes und seiner Wirkung durch den Patientenbeauftragten der Bundesregierung gut", sagt Dr. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Besonders auffällig: Wer das Gesetz kennt, hält es eher für überflüssig, wer das PatRG nicht kennt, hält die Regelungen tendenziell für eher nützlich. Besonders Krankenhausärzte sind dieser Ansicht. Überhaupt zeigt sich, dass die befragten Klinikärzte das Gesetz eher befürworten (maximal 38 Prozent), die niedergelassenen Ärzte in Praxen es stärker ablehnen (maximal 48 Prozent).

Das PatRG ist als wichtiger und Transparenz schaffender Stützfeiler für die Sicherheit der Patienten gedacht. Es regelt die Qualität und Sicherheit der Behandlung, die ärztlichen Verpflichtungen zur Information von Patienten, die Dokumentationspflicht, das Recht auf Einsicht in die Krankenunterlagen und beweisrechtliche Fragen. Zusätzlich soll die Fehlervermeidungskultur gefördert werden.

 

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