Der größte private Klinikkonzern Europas, die Fresenius-Tochter Helios, hat die Abschaffung eines eigenen Helios-Aufsichtsrats vor Gericht erfolgreich verteidigt. Damit entfällt auch die Mitbestimmung der Arbeitnehmerseite bei Helios. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte ein sogenanntes Statusverfahren zur gerichtlichen Prüfung anstrengt, nachdem Helios die Entscheidung vor rund 2 Jahren bekannt gab. Der Schritt ist laut Gesetz möglich, wenn im Mutterkonzern Mitbestimmungsstrukturen vorhanden sind und im Tochterunternehmen selbst, weniger als 500 Mitarbeiter tätig sind.
Dies ist durch die dezentralen Strukturen von Helios der Fall, wie Anfang September auch das Kammergericht Berlin bestätigte. Während Verdi die Entscheidung scharf kritisierte, verwies ein Helios-Sprecher darauf, dass „man sich an die gesetzlichen Regelung halte und die Mitbestimmung der Helios-Arbeitnehmer, durch den Aufsichtsrat von Fresenius gewährleistet sei." Für die insgesamt 68.000 Beschäftigten sei das eine Rückschlag, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler am Mittwoch. Die Gewerkschaft fordert die Konzernleitung auf, die Beschäftigten ernst zu nehmen und sich der Debatte mit den Arbeitnehmern im Aufsichtsrat zu stellen.