Kardiologen kritisieren Nutzenbewertung

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Krankenhäuser stehen künftig vor erheblichen Herausforderungen, wenn sie innovative Verfahren bei der Behandlung von Patienten anwenden wollen. Davor warnt Karl-Heinz Kuck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), am Donnerstagmorgen auf der Pressekonferenz anlässlich des Beginns der DGK-Herbsttagung. Der Wissenschaftler wies darauf hin, dass Kliniken, die einen Antrag auf Vergütung einer Neuen Untersuchungs- und Behandlungsmethode (NUB), bei der ein Medizinprodukt zum Einsatz kommt, stellen, künftig zugleich Informationen an den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) weitergeben müssen über den wissenschaftlichen Stand bezüglich der Sicherheit und des Nutzens dieses Produkts beziehungsweise der Methode.

Kuck warnte, dass dieses Verfahren den Innovationsstandort Deutschland gefährden könne, insbesondere da in der Vergangenheit bereits die Regeln für die Erprobung neuer Produkte immer weiter verschärft worden seien. „Viele junge Firmen sehen Deutschland mittlerweile als ganz schwierigen Standort an", sagte er und verwies auf die Studie LEADLESS II, die einen neuen und innovativen kabel- und elektrolosen Herzschrittmacher im Einsatz untersuchte. „Deutsche Zentren konnten an dieser Studie nicht teilnehmen, denn vom zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kam die Auflage, nur Patienten einzuschließen, bei denen das herkömmliche Verfahren mit Elektroden am Herzen nicht in Frage kommt", berichtete der DGK-Präsident. Die Voraussetzungen gingen am Sinn dieser Studie allerdings vorbei. „Denn es geht ja nicht darum, eine therapeutische Option für Patienten zu entwickel, die herkömmliche Schrittmacher nicht vertragen – diese gibt es so gut wie nicht. Sondern es geht bei den neuen Verfahren um Vermeidung von Spätkomplikationen, besonders Infektionen, deren Häufigkeit nach dem ersten Austausch des Aggregats deutlich zunimmt."

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