Viele Klinikärzte klagen über wirtschaftlichen Druck

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Laut einer Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) fühlt sich der Großteil der Klinikärzte durch ökonomische Erwartungen der Arbeitgeber in seiner ärztlichen Diagnose- und Therapiefreiheit beeinflusst. Dem MB zufolge gaben 34 Prozent der Krankenhausärzte an, sich „manchmal" in dieser Form beeinflusst zu fühlen. 30 Prozent sagten, dies sei „häufig" der Fall und neun Prozent „fast immer". Ein wesentlicher Grund, dass Mediziner ihre Tätigkeit in Krankenhäusern beenden, sei eine „zu hohe Arbeitsbelastung" und „fehlende Wertschätzung" der Vorgesetzten und des Arbeitgebers.

In einer entsprechenden Mitteilung heißt es weiter: „Im Vergleich zu früheren Mitgliederbefragungen ist festzustellen, dass die tarifpolitischen Bemühungen des Marburger Bundes, die Arbeitgeber zu einer systematischen Erfassung sämtlicher Arbeitszeiten zu bewegen, zunehmend Wirkung entfalten." 44 Prozent der Ärzte hätten mitgeteilt, dass ihre Arbeitszeit elektronisch erfasst werde. Im Jahr 2007 habe der Anteil noch bei 26 Prozent gelegen, 2010 bei 36 Prozent. Unter dem Strich zeige die Erhebung aber: „Jeder vierte Klinikarbeitgeber kommt seiner gesetzlichen und tarifvertraglichen Verpflichtung zur objektiven Arbeitszeitdokumentation nicht nach." Außerdem hätten 28 Prozent der Befragten berichtet, ihre Überstunden würden weder überwiegend vergütet noch mit Freizeit ausgeglichen. Der MB spricht von 5,4 Millionen Überstunden, die nicht vergütet werden.

Tatsächlich arbeiteten mehr als zwei Drittel der Befragten im Durchschnitt deutlich mehr als 48 Stunden. Die Höchstgrenze nach dem Arbeitszeitgesetz werde damit überschritten. Mehr als die Hälfte der Ärzte leiste drei oder mehr Bereitschaftsdienste pro Monat. Allerdings fühlten sich insgesamt 59 Prozent der Krankenhausärzte der Umfrage zufolge durch ihre Tätigkeit „häufig psychisch belastet". Fast  drei Viertel der Klinikärzte habe das Gefühl, dass die Gestaltung der Arbeitszeiten im Krankenhaus die eigene Gesundheit beeinträchtige, etwa in Form von Schlafstörungen und häufiger Müdigkeit. An der Studie nahmen laut MB 3.895 angestellte Ärzte aus allen Krankenhausträgergruppen teil.

 

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