Gröhe will Ländern auf die Finger schauen

  • News des Tages

Die deutschen Krankenhäuser und die Bundesregierung ziehen bei Klinikinvestitionen am gleichen Strang. Dazu bekannte sich Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe heute in seiner Eröffnungsrede zum 38. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf. Damit entgegnete er der Kritik, mit der kürzlich verabschiedeten Klinikreform habe sich an der Investitionssituation der Häuser nichts geändert. „Mit Verlaub: Das ein Bundesgesetz keine Landesmittel freigibt, kann keine Überraschung sein", sagte der Minister vor rund 200 Vertretern von Kliniken und Verbänden.

„Auf die Versprechungen der Länder müssen jetzt aber Taten folgen", so Gröhe, der das Investitionsdefizit der Kliniken explizit nicht hinterfragte. Der Bund helfe dennoch aktiv mit. So stünden Klinikinvestitionen immerhin auf Platz 1 der Ausgaben aus den rund 3,7 Milliarden Euro bundesweiten Finanzhilfen für die klammen Kommunen.

Weitere Qualitätsanreize folgen

Gröhe trat auch vor den Krankenhaustag, um seine Reform zu verteidigen. „Wir stärken Qualität und arbeiten an Mängeln", fasste er das vor rund 2 Wochen verabschiedete Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) zusammen. Der Weg dahin sei gerade bei Fragen um Qualität nicht immer einfach gewesen. „Die gesundheitspolitische Debatte pendelt hier zwischen Dramaturgie und Problemleugnung", sagte der Minister. Er kündigte weitere Anreize zur Qualitätsverbesserung an. „Ich weiß, dass die Debatte sofort die Frage aufwirft, ob die Kriterien fair sind." Das neue Qualitätsinstitut werde dafür sorgen, dass dabei transparent gemessen werde.

Lob von Kliniken

Darüber hinaus erhielt der Minister für sein Gesetzeswerk viel Lob von den Kliniken. „Das ist eine Reform, mit der wir gut leben können", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Thomas Reumann, in Reaktion auf die Eröffnungsrede Gröhes. Die Krankenhäuser hätten eine Reform gebraucht, die Mitarbeitern und Pflege Luft zum Atmen verschaffe. „Ich danke Ihnen ganz persönlich", so Reumann Richtung Gröhe. „Sie haben sich für die Kliniken stark gemacht." Die DKG nehme auch die Herausforderungen des Gesetzes an eine höhere Qualität an. Die Ausrichtung des neuen Qualitätsinstitutes stimme hoffnungsvoll. „Wir werden uns der Qualitätsdebatte selbstbewusst stellen."

Kritisch hinterfragte Reumann aber, warum die Kliniken bei der Gestaltung des E-Health-Gesetzes größtenteils außen vor stünden. Gröhe sagte, er wolle mit dem Gesetzesvorhaben die Grundlage für eine stärkere Arbeitsteilung unter den Kliniken vorantreiben. „Krankenhäuser, die im Verbund spezielle Aufgaben übernehmen, wollen wir künftig besonders fördern", sagte der Minister. Als Beispiel nannte er Tele-Tumor-Boards aus Spezialisten, die kleine Häuser in der Fläche zu besserer Versorgung verhelfen könnten.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche


Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich