Sachverständige legen Plan für frühere Reha und Psychotherapie vor

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In einem am Montagvormittag vorgestellten Sondergutachten zum Krankengeld schlagen die Mitglieder des Sachverständigenrats für das Gesundheitswesen 13 Maßnahmen vor, um den Bezug von Krankengeld zu vermeiden. Dieser ist dem Gutachten zufolge in den zurückliegenden zehn Jahren deutlich gestiegen. Laut den Daten wuchsen die Aufwendungen der gesetzlichen Krankenkassen in den Jahren 2006 bis 2014 von 5,7 Milliarden Euro auf 10,7 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Großteil des Zuwachses sei zwar durch die gute Beschäftigungslage und die gestiegenen Löhne und damit einhergehende wachsende Ansprüche der Versicherten zu erklären. Aber die Sachverständigen sehen insbesondere im Bereich der Rückenschmerzen und der psychischen Erkrankungen trotzdem Potenzial für eine bessere Versorgung beziehungsweise eine Entlastung der Krankenkassen.

So sprechen sie sich zunächst dafür aus, dass Ärzte Arbeitnehmer auch teilweise arbeitsunfähig schreiben können, sodass die Beschäftigten in einem geringeren Umfang ihrer Tätigkeit nachgehen können, wenn sie dazu bereit sind. Außerdem schlagen sie der Politik vor, die verpflichtende Frist zur Beantragung einer Reha-Maßnahme bei Beginn der Krankengeldphase von zehn auf vier Wochen zu verkürzen.

Die Experten plädieren auch für eine neue Bedarfsplanung in der ambulanten Psychotherapie. Die Versorgung könne dabei etwa durch die Einführung von Akutsprechstunden verbessert werden. Hierfür könnten Selektivverträge zwischen Krankenkassen und Leistungserbringern ein geeignetes Mittel sein. Außerdem spricht sich der Rat für gestufte Versorgungsmodelle aus. Der Frankfurter Medizinprofessor Ferdinand Gerlach nannte in seiner Funktion als Vorsitzender des Gremiums eine „schwerefallabhängige Vergütung".

Auf Nachfrage von BibliomedManager, ob er vor diesem Grund den Vorschlag sektorenübergreifender Regionalbudgets als Alternative zum geplanten pauschalisierenden Entgeltsystem in der stationären psychiatrischen Versorgung (PEPP) begrüße, sagte er: „Sektorenübergreifende Modelle finden wir grundsätzlich gut." Allerdings habe sich der Rat nicht ausdrücklich mit PEPP befasst.

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