DGPM: Verzögerte Integration macht Flüchtlinge krank

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Bürokratische Hürden bei der sozialen Integration von Flüchtlingen haben Auswirkungen auf deren Gesundheit. Davor hat die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie (DGPM) anlässlich einer Fachtagung gewarnt. Flüchtlinge, die schnell eine Arbeit aufnähmen und in die Gesellschaft integriert würden, litten seltener unter psychischen Erkrankungen, heißt es in einer entsprechenden Meldung. Auf der Tagung erarbeiteten Experten der Fachrichtungen Psychosomatik, Psychiatrie und Psychologie Mindeststandards für die Versorgung traumatisierter Flüchtlinge. In vielen Fällen könne ein Trauma erst erkannt und behandelt werden, nachdem Flüchtlinge sich in gesicherten Verhältnissen befänden.   

Wenn Flüchtlinge trotz intensiver Integrationsbemühungen Symptome psychischer Erkrankungen zeigten, brauche es passgenaue Behandlungen, sagte die Leiterin der Abteilung für Psychosomatische und Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Erlangen, Yesim Erim. Sie empfiehlt die Unterstützung über Zentren, die neben der Psychotherapie, Sprach- und Kulturvermittler, Sozialarbeiter und beispielsweise auch juristische Beratung gewährleisteten. Meist verfügten die Flüchtlinge nur über unzureichende Deutschkenntnisse. Deshalb müssten ausgebildete Dolmetscher die Therapiegespräche begleiten. Bisher aber gebe es viel zu wenige, kritisierten die Experten. Beispielhaft lobten sie das Modell der Sprach- und Kulturmittler in Nordrhein-Westfalen. Dort würden geeignete Flüchtlinge mit Sprachkenntnissen ausgebildet, um Therapeuten vor Ort zu unterstützen.

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