Südhessischer Klinikverbund beantragt Insolvenzverfahren

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Die Gesellschafterversammlung des Südhessischen Klinikverbunds (SHK) hat gestern beim Amtsgericht Darmstadt die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Hauptgesellschafter ist die Universitätsmedizin Mannheim (UMM), die erst vor drei Jahren einen Großteil der SHK-Anteile von der kirchlichen Stiftung Heilig-Geist-Hospital Bensheim übernommen hatte. Hohe Altschulden und geringe Erlöse haben laut der Uniklinik zu der aktuellen Lage geführt, Rettungsversuche seien hingegen wiederholt gescheitert. Nun drohe die Zahlungsunfähigkeit.

Bei der Übernahme durch die Mannheimer 2013 einigten sich die UMM mit den Vorbesitzern zwar auf ein umfangreiches Sanierungskonzept, das infolge aber laut UMM-Geschäftsführer Görg Blattmann nicht gefruchtet habe. „Bei der heutigen Entscheidung mussten wir sorgfältig unsere Verantwortung für die UMM abwägen gegenüber unserer Verantwortung für den SHK, für dessen Restrukturierung wir seit 2013 bereits einen zweistelligen Millionenbetrag bereitgestellt haben." Die UMM unterstütze die Maßnahmen der SHK-Geschäftsführung, das Insolvenzgeld für die insgesamt 519 Beschäftigten zügig vorzufinanzieren und so die Löhne und Gehälter bis einschließlich April 2016 sicherzustellen.

Der letzte Versuch zur Rettung der SHK kam im Oktober letzten Jahres, als ein finales Konzept zur möglichen Entschuldung und einem Umbau der medizinischen Angebote die Kliniken am Markt neu aufstellen sollte. Dafür habe die UMM zuletzt zwei Finanzspritzen im Umfang von neun Millionen Euro für die Aufrechterhaltung des Betriebs in den drei SHK-Kliniken gegeben. Dennoch sei „eine wirtschaftliche Kehrtwende nicht absehbar", hieß es gestern von Seiten der UMM.

Die Lokalpolitik zeigte sich Medienberichten zufolge empört. Erst am Samstag sei an einem Runden Tisch über die weitere Zeitplanung gesprochen worden, ohne dass Insolvenz ein Thema gewesen sei, sagte etwa Landrat Christian Engelhardt (CDU). Er kritisierte die Kommunikationsstrategie der Universitätsmedizin. Von einer Insolvenz betroffen wären über 500 Beschäftigte an den drei Standorten in Lampertheim, Bensheim und Lindenfels.

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