DRG-Entgelte für komplexe Behandlungen unzureichend

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Das DRG-System bildet komplexere Erkrankungen schlecht ab. Zu diesem Ergebnis kommt die Charité Universitätsmedizin Berlin in einer aktuellen Studie. In der nach eigenen Angaben europaweit einmaligen Untersuchung haben die Berliner den tatsächlichen Behandlungsaufwand untersucht. Als Fallbeispiel entschieden sie sich für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, deren Behandlung sie mit der theoretischen Abbildung im DRG-System ins Verhältnis setzen.

Das Ergebnis: Die Kosten übersteigen die Vergütung. In der Regel benötigten Patienten eine intensivere Pflege und aufwendigere Behandlungen als andere Patienten mit Erkrankungen des Verdauungstraktes. 3.000 klinische Fälle haben die Wissenschaftler demnach analysiert, um „erstmals detailliert die wirklichen finanziellen Aufwendungen für eine stationäre, hochschulmedizinische Behandlung von Patienten, die unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden, im Vergleich zu den finalen Erlösen" zu zeigen.

„Der finanzielle Mehraufwand bei komplexen Behandlungen wird nicht in den nativen DRGs abgebildet und nur teilweise durch Zusatzentgelte aufgefangen. Das DRG-System setzt zudem falsche Anreize für eine erlösvorteilhafte Therapie, was nicht im Sinne einer verantwortungsbewussten Betreuung von Patienten sein kann", sagt Daniel C. Baumgart, Geschäftsführender Oberarzt an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie und Hepatologie am Campus Virchow Klinikum der Charité.

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