Megathema ambulantes Krankenhaus

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Die Debatte über die Bedeutung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung gewinnt an Fahrt. Das zeigen der am Montagmorgen in Berlin veröffentlichte Krankenhausreport der AOK mit dem Titel „Ambulant im Krankenhaus", der Schwerpunkt „Digital und Ambulant! Das Krankenhaus der Zukunft" auf dem 15. Nationalen DRG-Forum Mitte März in Berlin sowie eine aktuelle Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB). Die Herausgeber des AOK-Reports etwa fordern „einen neuen Ordnungsrahmen mit einheitlichen Spielregeln für ambulante Leistungen in Kliniken". Bei den ambulanten Versorgungsformen herrsche inzwischen ein "Wildwuchs" an unterschiedlichen Rechtsformen.

Der AOK-Vorstandsvorsitzende Martin Litsch forderte deshalb: „Um aus diesem Patchwork von Einzellösungen eine neue und zielführende Struktur zu schaffen, brauchen wir eine grundlegende Neuausrichtung für die fachärztlich-ambulante Versorgung." Der Vorsitzende der „Gesundheits-Weisen" Ferdinand M. Gerlach kritisierte die strikte Trennung zwischen Klinik und Praxen. Dies sei „für Patienten gefährlich und für alle viel zu teuer".

Litsch lobte etwa die „Kehrtwende bei PEPP". Die Vergütung in Psychiatrie und Psychosomatik sollte ursprünglich analog zum DRG-System pauschalisiert werden, doch kürzlich blies Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in dieser Frage zum Rückzug (https://www.bibliomedmanager.de/web/guest/news/-/content/detail/17997020). Der AOK-Vorsitzende sieht darin „eine Chance, etwas in eine neue Richtung zu bewegen" und äußerte sich positiv über die Idee sektorenübergreifender Regionalbudgets. Ob aus der PEPP-Reform eine Blaupause für die sektorenübergreifende Versorgung im somatischen Bereich werden könne, ließ er offen.

Auch die Auseinandersetzungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kritisierte Litsch: „Wenn man sieht, dass im G-BA diskutiert wird, ob bei Qualitätsfragen nur die KBV, nur die DKG oder beide mitstimmen dürfen, dann fragt man sich, wo man eigentlich hingeraten ist." Der AOK-Vorstand nannte ferner die Möglichkeit, über Selektivverträge die sektorenübergreifende Versorgung zwischen Hausärzten und Krankenhäusern zu organisieren. Dafür gebe es erfolgreiche Beispiele.

Dass Deutschlands Krankenhäuser Potenzial haben bei der ambulanten Versorgung zeigte der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem bei der Vorstellung des AOK-Reports. Seinen Daten zufolge lag der Anteil der Krankenhäuser an den Ausgaben für ambulante Leistungen im Jahr 2012 bei gerade einmal 2,8 Prozent. In Portugal (39,8 Prozent), Finnland (35 Prozent) und Dänemark (32 Prozent) war die Rate dagegen deutlich höher. In einem Ranking von 19 europäischen Ländern belegte die Bundesrepublik den letzten Platz.

Die Teilnehmer des Nationalen DRG-Forums am 17. Und 18. März in Berlin können auf Aussagen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zum Thema ambulantes Krankenhaus hoffen. Der Minister wird bei der Eröffnung sprechen. Vor allem Neuigkeiten zur Reform der Vergütung in Psychiatrie und Psychosomatik werden erwartet.

Dass nicht nur wie in Berlin Patienten in die Notaufnahmen drängen, sondern auch junge Mediziner lieber im Krankenhaus arbeiten wollen, zeigt eine am Freitag vom MB veröffentliche Umfrage unter jungen Ärzten. Diese lehnen zum einen ganz überwiegend eine weitere Förderung der Allgemeinmedizin in Studium und Ausbildung ab und plädieren für eine Beibehaltung der jetzigen Struktur. Zugleich sieht eine große Mehrheit ihre berufliche Zukunft eher als angestellter Arzt in einem Krankenhaus oder einem MVZ. Das heißt aber nicht, dass auch alle spezialisierte Fachärzte werden wollen. Immerhin 49 Prozent gaben an, dass für sie nach dem Studium eine Weiterbildung in der Allgemeinmedizin in Frage komme.

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