Ethikrat fordert Medizin-Qualifikation für Krankenhausmanager

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Der Deutsche Ethikrat hat sich unter anderem für eine DRG-„Beobachtung", die Möglichkeit der Zusammenfassung mehrerer DRG bei multimorbiden Patienten, die bessere Vergütung der Behandlung von Behinderten im Krankenhaus, Personalstandards in der Pflege und obligatorische medizinische Mindestqualifikationen von Kaufleuten in Krankenhausleitungen ausgesprochen. Dies machten die Vorsitzende des Ethikrates, die Kölner Professorin Christiane Woopen, und ihre Ratskollegen Thomas Heinemann (Professor an der Philosophisch-Theolgischen Hochschule Vallendar), Peter Radtke (behinderter Autor und Schauspieler) und Michael Wunder (Psychologe und Psychotherapeut) bei der Präsentation ihrer Stellungnahme „Patientenwohl als ethischer Maßstab für das Krankenhaus" am Dienstagvormittag in Berlin deutlich.

Das DRG-System per se will der Ethikrat nicht abschaffen, aber reformieren. Es gehe beispielsweise darum, den monetären Anreiz für rasche Operationen zu dämpfen, indem auch Zurückhaltung bei Eingriffen vergütet werde. Um den sogenannten Drehtüreffekt zu vermeiden, bei dem Patienten mit mehreren Leiden erst aus dem Krankenhaus entlassen werden um dann rasch mit einer anderen Indikation zurückzukehren, weil eine Klinik immer nur eine DRG abrechnen kann, spricht sich der Ethikrat für die Möglichkeit aus, dass Krankenhäuser mehrere DRG bei multimorbiden Patienten zusammenfassen können. Des weiteren müssten in den Krankenhäuser bessere Kompetenzen für die Versorgung behinderter oder dementer Patienten geschaffen werden.    Die Kommunikation zwischen und unter den Berufsgruppen im Krankenhaus müsse gestärkt werden, etwa indem gemeinsame Visiten von Ärzten und Pflegekräften finanziert würden. Das gelte auch für Tumorboards. Insbesondere forderte Ratsmitglied Heinemann eine strukturierte Aus- und Weiterbildung für Kaufleute in Krankenhäusern in medizinischen Fragen sowie verpflichtende Pflegepraktika. Auf die Frage von BibliomedManager, ob er damit eine Art Approbationsordnung für Klinikmanager fordere, sagte er, dass sein Vorschlag in der Tat in diese Richtung ziele.   

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