Helios siegt gegen Wallraff

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Der Fernsehsender RTL darf das für seine Sendung „Team Wallraff" heimlich in einem Helios-Krankenhaus gedrehte Filmmaterial nicht weiter ausstrahlen. Das Landgericht Hamburg hat eine entsprechende Unterlassungsverfügung erlassen, teilte der private Krankenhauskonzern gestern mit. Mitte 2015 hatte eine als Praktikantin getarnte Reporterin für den TV-Beitrag „Wenn Krankenhäuser gefährlich werden" heimlich in den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden (HSK) Filmaufnahmen gemacht. Der Vorsitzende der Helios-Geschäftsführung, Francesco de Meo, bezeichnete die Berichterstattung als „insgesamt irreführend"; die heimlichen Aufnahmen „in zum Teil sehr intimen Situationen sind ein nicht gerechtfertigter Eingriff in die Privatsphäre unserer Patienten und Mitarbeiter". Zudem würden in dem Beitrag, insbesondere in der zentralen Notaufnahme, krankenhaustypische Situationen reißerisch aufbereitet, die keine spezifischen Missstände sondern den allgemeinen Krankenhausalltag zeigten, so De Meo. Auch diese Sichtweise hat das Gericht bestätigt.

RTL wollte sich gegenüber BibliomedManager nicht äußern, da dem Fernsehsender die einstweilige Verfügung noch nicht zugestellt worden sei. Diese werde man prüfen und entsprechend reagieren. RTL sei überzeugt, sich bei der Recherche zur Sendung „journalistisch und juristisch einwandfrei verhalten zu haben". Zudem verwies der Sprecher auf den Umstand, dass der Erlass einer einstweiligen Verfügung eine vorläufige Regelung sei und somit keine Bestätigung für falsche Berichterstattung.

Im Februar hatten bereits die Marseille-Kliniken eine einstweilige Verfügung gegen RTL und das Team Wallraff erwirkt.


 

Autor

 Peter Carqueville

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