Fachgesellschaften wollen Arzt-Boni abschaffen

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Das Gewinnstreben in den Krankenhäusern schränkt nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) zunehmend die dortige ärztliche Handlungsfreiheit ein. „Ärzte geraten zunehmend unter den Druck, ihr Handeln einer betriebswirtschaftlichen Nutzenoptimierung des Krankenhauses unterzuordnen. Der materielle und immaterielle Schaden der Ökonomisierung ist beträchtlich", heißt es in einem heute in Berlin vorgelegten Positionspapier der Fachgesellschaft. Gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert die DGIM darin unter anderem die Abschaffung von Bonus-Verträgen für Ärzte und einen „Ärzte-Kliniken-Kodex", der als Leitfaden für das Zusammenspiel zwischen ärztlichen Grundwerten und ökonomischen Gesichtspunkten dienen soll. An ökonomische Kennzahlen gekoppelte Bonus-Verträgen für Ärzte setzten falsche Anreize und störten das Arzt-Patienten-Verhältnis, so Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der DGIM.

Kritisch bewertet die DGIM auch das DRG-System. „Das aktuelle Vergütungssystem schafft Fehlanreize, sodass sich die Indikationsstellung nicht selten am betriebswirtschaftlichen Vergütungssystem der Fallpauschalen, den DRGs, orientiert", heißt es in dem Thesenpapier.  Viele unverzichtbare medizinische Leistungen seien im DRG-Vergütungsraster jedoch kaum abgebildet. Verschiedene Tätigkeitsfelder der Inneren Medizin würden zunehmend abgedrängt, weil die dort angewandten medizinischen Maßnahmen weniger Ertrag abwerfen als andere.

Das vollständige Positionspapier kann auf der Website der DGIM heruntergeladen werden.

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