Stern: Hygienemängel an Hamburger Kliniken

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Das Magazin „Stern" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 33) über die Ergebnisse eines selbst durchgeführten Hygienechecks an 17 Hamburger Krankenhäusern. Dabei haben die Journalisten nach eigenen Angaben erhebliche Mängel bei den Reinigungarbeiten an den Kliniken entdeckt. Im Ergebnis sei von 783 vom Stern kontrollierten „Griffkontaktflächen", wie es im Bericht heißt, nur jede vierte „wenigstens einmal in 24 Stunden komplett gereinigt" worden. Insbesondere Türgriffe seien in 69 Prozent der Fälle nach einem Tag gar nicht oder nur teilweise gesäubert gewesen. Es zeigten sich dabei keine Unterschiede zwischen konfessionell, städtisch oder privat geführten Kliniken. Die Reinigungsquoten hätten an allen Häusern unterhalb von 40 Prozent gelegen, heißt es im Stern heute.

Methodisch erfolgten die Tests laut dem Bericht mit einem „GlowCheck", einem Test-Kit der Firma Bode Chemie aus Hamburg. Damit können Hygienekontrolleure eine Testflüssigkeit, die unter Ultraviolettem Licht stark aufleuchtet, mittels eines Sprays oder eines Stiftes auf Testoberflächen verteilen. Die spätere Kontrolle über die mitgelieferte UV-Lampe soll zeigen, ob die getesteten Oberflächen gereinigt wurden oder nicht.

Das Magazin hat die Hamburger Krankenhäuser kurz vor der Veröffentlichung mit den Ergebnissen der Kontrollen konfrontiert. Auf Nachfrage von BibliomedManager sagte der Pressesprecher des Klinikbetreibers Asklepios, Mathias Eberenz: „Der Stern hat unseres Wissens nach nicht in Patientenzimmern kontrolliert und ganz eindeutig auch nicht auf einen tatsächlichen Keimbefall hin überprüft." Das Unternehmen führe regelmäßig mikrobiologische Abstriche durch und habe insbesondere für Patientenzimmer ein neues Putzregime eingeführt, bei dem auf Stellen mit häufigen Kontakten geachtet würde. „Hinweisen auf Fehler bei der Reinigung werden wir aber selbstverständlich nachgehen", so Eberenz.

Als „erschreckend" bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende des Interessenverbands kommunaler Krankenhäuser (IVKK), Susann Breßlein, die Ergebnisse des Stern-Tests. Die angeblichen Mängel bei der Reinigung sind aus ihrer Sicht ein Resultat der Krankenhauspolitik der vergangenen Jahre. „Alles muss immer noch billiger gehen. Dienste wie Reinigung können unter solchen Bedingungen kaum noch autonom inhouse erbracht werden", sagte Breßlein. „Kliniken müssen von dem Zwang befreit werden, sich über ihre Ertragskraft zu rechtfertigen." Die Qualität der medizinischen Versorgung müsse stattdessen der Wert sein, an dem Kliniken gemessen werden sollten.

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