KVen wollen keine Nutzen-Ampel

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Die Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) fürchten, dass die Anzeige des Zusatznutzens neuer Medikamente in der Praxis-EDV die Therapiefreiheit niedergelassener Ärzte einschränkt. So sieht der Ende Juli vorgelegte Referentenentwurf zur AMNOG-Reform (GKV-Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz) unter anderem vor, dass der Umfang und das Ausmaß des vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ermittelten Zusatznutzens neuer Medikamente künftig bei die Niedergelassenen auf dem Bildschirm angezeigt werden soll.

In einem gemeinsam unterzeichneten Brief appellieren die Vorstandsvorsitzenden der KV Baden-Württemberg, Norbert Metke, der KV Bayerns, Wolfgang Krombholz, sowie der KV Westfalen-Lippe, Wolfang-Axel Dryden, an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, „bereits im Gesetz selbst" klarzustellen, dass die Arztinformationen über Umfang und Ausmaß des Zusatznutzens neuer Arzneimittel „weder als Leitlinie [zur Arzneimittelverordnung] noch als Prüfkriterium taugen" dürften, etwa „um Prüfanträge gegen Ärzte zu erwirken", zitiert die Ärztezeitung am Montag aus dem ihr vorliegenden Schreiben der KV-Vorsitzenden.

Vor allem die Kassen drängen darauf, dass die Resultate der frühen Nutzenbewertung regelmäßig in den Arztinformationen aufpoppen. So sollten sich die Verordner „angewöhnen, hochpreisige Innovationen nur in denjenigen Subgruppen zu rezeptieren, für die auch ein Zusatznutzen festgestellt wurde". Die Kostenträger könnten dann im Anschluss an die Preisabschläge für Subgruppen ohne Zusatznutzen zusätzlich noch einen Mengenabschlag in den Praxen realisieren. Auch der Vorsitzende des Sachverständigenrats Gesundheit, Ferdinand Gerlach, hatte sich im Interview mit dem Fachmagazin GesundheitsWirtschaft für eine Nutzen-Ampel ausgesprochen.
 

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