Studie zeigt wenig Vertrauen in Hospize und Krankenhäuser

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Mangelnde Zuwendung bei Sterbenden in Hospizen, Pflegeheimen und Krankenhäusern macht den Deutschen Angst. „Es herrscht eine grundlegende Skepsis gegenüber der Palliativversorgung in Institutionen vor allem bezogen auf die psychologische Betreuung - die menschliche Zuwendung", sagte der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse DAK-Gesundheit, Herbert Rebscher, am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Präsentation des DAK-Pflegereports in Berlin. Der Freiburger Professor und Studienautor Thomas Klie sagte unter Verweis auf eine enthaltene repräsentative Umfrage: „Das Vertrauen ist nicht da." Dies gelte überraschenderweise insbesondere dann, wenn die Menschen im Verwandtenkreis Erfahrungen mit dem Sterben in solchen Institutionen gemacht hätten.

Laut den Daten des Reports wünschen 60 Prozent der Befragten zu Hause zu sterben. Lediglich vier Prozent nannten das Krankenhaus und zwei Prozent das Pflegeheim. Allerdings wurde bei der Umfrage nicht die Bedingung genannt, ob der Sterbefall zu Hause mit einer schweren Pflegebedürftigkeit verbunden sei, sagte Klie auf Nachfrage von BibliomedManager.

Dem Report zufolge sterben 75 Prozent der Deutschen im Krankenhaus oder Pflegeheim; 73 Prozent der Befragten gaben an, dass es die gewohnte Umgebung für Sterbende leichter mache. Unter denen, die bereits einen Sterbenden zuhause betreut haben, waren es gar 88 Prozent. Zugleich traut sich mehr als jeder Dritte (35 Prozent) zu, einen nahen Angehörigen bis zum Tod zu pflegen.

Klie zufolge sind viele Klinikaufenthalte am Ende des Lebens vermeidbar. „Hier geht es um die Frage, ob Hausärzte verfügbar sind, etwa am Wochenende oder in der Nacht." Es müsse ein sektorenübergreifender Ansatz erfolgen. Das könne auch Kosten sparen. Der Freiburger FH-Professor verwies darauf, dass ein Krankenhausaufenthalt im letzten Quartal die Krankenkassen im Schnitt 9.000 Euro koste, inklusive Rettungstransport 11.150 Euro. Zum Vergleich: Das Sterben daheim koste 1.150 Euro. Dazu komme, dass Kliniken oftmals nicht vorbereitet seien auf pflegebedürftige Kranke. Menschen mit Demenz, die wegen eines Oberschenkelhalsbruchs ins Krankenhaus kämen, hätten eine erschreckend hohe Mortalität, so Klie.
 

Autor

Dr. Stephan Balling

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