Aids-Verbände kritisieren Krankenkassen

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Anlässlich des Welt-Aids-Tages am heutigen Donnerstag fordern die Deutsche Aids-Hilfe, die Deutsche Aids-Gesellschaft und die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (Dagnä) eine medikamentöse HIV-Prophylaxe in Deutschland. „Sie könnte helfen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen nachhaltig zu senken", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Die drei Verbände fordern darin „die Bundesregierung und den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen (G-BA) auf, so schnell wie möglich die nötigen Maßnahmen einzuleiten".

Konkret gehe es um das Medikament Truvada, das eine Infektion „zuverlässig" verhindere. Die auch als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnete Methode komme vor allem „für schwule und bisexuelle Männer mit häufigen ungeschützten sexuellen Kontakten in Frage – eine überschaubare Gruppe". Die drei Verbände kritisieren: „Seit Oktober ist Truvada in Europa als PrEP für Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko verordnungsfähig. Die Krankenkassen haben jedoch erklärt, für die Kosten nicht aufzukommen, der G-BA hat sich bislang nicht geäußert." Damit sei die PrEP für die meisten Menschen faktisch nicht verfügbar, schließlich koste eine Monatspackung 820 Euro.

Dagnä-Vorstandssprecher Knud Schewe erläuterte: „Im Praxisalltag erleben wir immer wieder Menschen, die sich vor HIV schützen möchten, denen der Schutz mit Kondomen aber nicht immer gelingt. Endlich können wir auch diesen Menschen etwas anbieten. Aus ärztlicher Sicht können wir es nicht länger verantworten, sie abzuweisen. Das Ergebnis sind vermeidbare HIV-Infektionen."

 

 

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