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Uniklinika starten Initiative für eigene elektronische Patientenakte

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Mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums (BMBF) wollen der Verband der Universitätsklinika (VUD) und der Medizinische Fakultätentag (MFT) eine eigene elektronische Patientenakte vorantreiben. Ziel sei, dass aus diesem Vorstoß deutschlandweit ein sektorenübergreifendes System entstehe, stellte MFT-Präsident Heyo Kroemer am Freitag im Rahmen eines Pressegesprächs in Aussicht. Zunächst solle das System in den Uniklinika aufgebaut werden, so dass sich in den Regionen um die Hochschulmedizin weitere Kliniken dem System anschließen können. Bei einem erfolgreichen Verlauf solle das System dann auch mit der elektronischen Gesundheitskarte verknüpft werden können.

„Wir werden darauf achten, dass die Dinge kompatibel sind“, sagte MFT-Generalsekretär Frank Wissing. Der Dialog zum Thema Interoperabilität laufe, betonte auch VUD-Generalsekretär Ralf Heyder. Das BMBF unterstütze den Aufbau mit 100 Millionen Euro in den ersten fünf Jahren, wobei es eine Option für eine Verlängerung der Initiative gebe. Heyder wies darauf hin, dass die Uniklinken aufgrund der Rahmenbedingungen durch die Krankenhausfinanzierung lediglich ein bis 1,5 Prozent ihres Umsatzes in IT investierten. Nötig seien vier Prozent, sagte Heyder. Der private Klinikbetreiber Helios investiert jährlich zwei Prozent, wie CFO Jörg Reschke im Interview mit dem Fachmagazin „f&w führen und wirtschaften im Krankenhaus“ jüngst verriet 

Die Hochschulmedizin will mit der Initiative vier Ziele erreichen: Patientenbezogene klinische Daten bündeln, informationstechnologische Voraussetzungen für maßgeschneiderte Therapien schaffen, Patientendaten für den wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt nutzen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ohne Zeitverzug im Versorgungsalltag verfügbar machen. Für den medizinischen Fortschritt sei der Erfolg der digitalen Vernetzung entscheidend, machte Michael Albrecht, Vorsitzender des VUD, deutlich: „Wir brauchen nicht über personalisierte Medizin zu sprechen, wenn wir die Daten nicht verknüpfen.“ 

Autor

Dr. Stephan Balling

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