Conhit-Debatte

„Krankenhaus 4.0“ noch weit entfernt

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Für die Krankenhäuser ist es derzeit offenbar noch schwierig, die notwendigen Anfangsinvestitionen für eine umfassende Digitalisierung aufzubringen. „Krankenhaus 4.0 ist daher eher ein ,nice to have´, sagte Holger Strehlau, Geschäftsführer der Med-con-professional GmbH in einer Debatte zwischen Vertretern der Krankenhäuser und IT-Anbietern am Mittwoch auf der IT-Messe Conhit in Berlin. Krankenhäuser müssten zunächst die daraus resultierenden Potenziale für die Wirtschaftlichkeit ihres Hauses nach vorne stellen, um erfolgreich für Investitionen in die Digitalisierung werben zu können.

Die finanzielle Ausstattung von Krankenhäusern zählt Strehlau zu den größten Hindernissen, um die Digitalisierung in den Kliniken in Deutschland voranzubringen. Der Investitionsstau in Deutschland sei enorm, viele Häuser schrieben rote Zahlen. Die tatsächlichen Rationalisierungspotenziale seien dabei sehr groß, wie der Vergleich zum Beispiel mit US-Häusern und die Geschwindigkeit der dortigen Behandlungsprozesse zeige. Um die Prozesse auch an deutschen Krankenhäusern zu verbessern, müsse auch darüber nachgedacht werden, ob eine Klinik ähnlich dem Ärztlichen Direktor künftig auch einen Produktionsdirektor benötige, so die Einschätzung Strehlaus. Auch müsse die Standardisierung der Schnittstellen aller medizinischen Geräte vorangetrieben werden.

Wie wichtig die interoperable Vernetzung zwischen Medizingeräten für Kliniken ist, zeigte sich bei einer Kurzumfrage im Kongresssaal während der Diskussionsrunde. Fast alle sahen hierfür einen großen oder sehr großen Bedarf. „Die Standardisierung steckt noch in den Kinderschuhen“, sagte David Gregorczyk, System Architect bei der Drägerwerk AG & Co. KGaA. Das Unternehmen beteiligt sich im Rahmen des Konsortiums OR.NET gemeinsam mit anderen Herstellern darum, international Standards zu etablieren. Erste Standards seien auf den Weg gebracht worden, berichtete er. Es gelinge bisher jedoch noch nicht, alle Akteure in den Krankenhäusern von den Vorteilen zu überzeugen.

Autor

 Hendrik Bensch

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