Patientensicherheit

Stärkere Rolle des Managements gefordert

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Stärkere Rolle des Managements gefordert
"Wenn auf einer Intensivstation eine gute Sicherheitskultur herrscht, ist es für Mitarbeiter kein Problem oder gar Risiko, über Fehler offen zu reden" Hedwig François-Kettner ist Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. Sie war bis 2014 langjährige Pflegedirektorin der Charité – Universitätsmedizin Berlin © privat

Führungskräfte in Krankenhäusern müssen sich nach Ansicht von Hedwig Francois-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit (APS), noch starker mit den Themen Patientensicherheit und Kommunikation befassen. „Fehler müssen auf den Tisch, auch wenn sie keine direkten Folgen haben“, forderte Francois-Kettner heute auf einer Pressekonferenz anlässlich der 12. APS-Jahrestagung und sprach sich für bessere Fehlermanagementsysteme in Kliniken aus. Das DRG-System habe zwar „einiges an guten Dingen gebracht“, sagte sie und verwies auf sinkende Verweildauern der Patienten im Krankenhaus. Man müsse sich aber auch mit den Schwächen befassen, ergänzte sie und bemängelte, dass es keine Instanz gebe, die zwischen den unterschiedlichen Fraktionen der Selbstverwaltung – also Krankenkassen, Krankenhäusern und Ärzten – vermittelnd eingreife.

Die stellvertretende APS-Vorsitzende Ruth Hecker lobte, dass es in den zurückliegenden Jahren in den Krankenhäusern zahlreiche Verbesserungen gegeben habe. „Es ist viel passiert“, sagte sie. Gerade jüngere Ärzte und Ärzte im mittleren Management bemühten sich um eine deutlich bessere Kommunikation mit Mitarbeitern und Patienten. Allerdings kritisierte Hecker, dass Kommunikation immer noch kein Prüfungsfach in der ärztlichen Ausbildung sei.

Den Deutschen Preis für Patientensicherheit 2017 erhielt eine Initiative zur Erhöhung der Rezeptqualität des Universitätsklinikums Heidelberg. „Im Zentrum stand die Einführung eines Rezeptmonitors – also einer zentralen Koordinationsstelle, über die Beschlüsse des Klinikvorstandes in die Breite des Klinikums getragen werden können“, erklärte Hanna Seidling vom Uniklinikum Heidelberg die Initiative. Das habe die formale Qualität der Rezepte „erheblich erhöht“. Die Rückfragequoten der Apotheker in den Ambulanzen sei in der Folge in den Jahren 2012 bis 2015 von 23 auf 4,1 Prozent gesunken.

Autor

Dr. Stephan Balling

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