Jahresstatistik des Medizinischen Dienstes

Zahl der Behandlungsfehler leicht zurückgegangen

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Im vergangenen Jahr haben Fachärzte des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) in 2.948 Fällen einen Behandlungsfehler festgestellt, der einen Schaden verursacht hat. Im Jahr 2015 waren es noch 3.156 Fälle. Insgesamt wurde bei etwa einem Viertel der rund 15.000 fachärztlichen Gutachten des MDK ein Behandlungsfehler festgestellt, geht aus der Jahresstatistik des Medizinischen Dienstes hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Etwa zwei Drittel der Vorwürfe zu Fehlern betrafen Behandlungen in der stationären Versorgung. Bei dem Großteil der Vorwürfe ging es um Behandlungen in einem Operationssaal. Mit Blick auf die Fachgebiete waren insbesondere die Orthopädie und die Unfallchirurgie betroffen. Auf sie entfielen rund 4.900 Fälle, in denen ein Fehler vermutet wurde. Die Innere Medizin und Allgemeinmedizin ist mit rund 1.700 Fällen am zweithäufigsten vertreten, darauf folgt die Allgemein und Viszeralchirurgie.

Für Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), unterstreichen die vorgelegten Zahlen, dass Behandlungsfehler sehr seltene Ereignisse sind. „Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel, doch wir sind hier im Promillebereich und in internationaler Spitzenposition", so Baum. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass jedes Jahr rund 19 Millionen stationäre und rund 20 Millionen ambulante Fälle im Krankenhaus behandelt würden. Den insgesamt rückläufigen Trend bei Schadensmeldungen hatte vor Kurzem auch eine Studie des Versicherungsmaklers Ecclesia gezeigt.

Bei der Zahl der Schadensfälle gebe es jedoch eine größere Dunkelziffer, erklärten Vertreter des MDK bei der Vorstellung der Jahresstatistik. Bei den MDK-Zahlen handele es sich zwar um die größte verfügbare Datensammlung in Deutschland, so Max Skorning, Leiter der Stabsstelle Patientensicherheit des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Die Zahlen seien aber nicht repräsentativ. „Daten zu Behandlungsfehlern liegen in Deutschland nur punktuell vor“, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer des MDS, Stefan Gronemeyer. Belastbare wissenschaftliche Studien lägen fast nur aus dem Ausland vor.

Gronemeyer forderte daher eine Meldepflicht für besonders schwerwiegende Behandlungsfehler und vermeidbare unerwünschte Ereignisse. Als eine gute Nachricht mit Blick auf die Patientenrechte sieht er die Vorschläge des Patientenbeauftragen der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, zur Beweiserleichterung. Laumann hatte kürzlich kritisiert, dass bisher die Patienten nachweisen müssten, dass der Behandlungsfehler zweifelsfrei Ursache für einen erlittenen Schaden sei. Künftig solle es ausreichen, wenn der Zusammenhang zwischen Behandlungsfehler und Schaden überwiegend wahrscheinlich sei.

Autor

 Hendrik Bensch

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