DIVI-Jahreskongress

Intensivmediziner fordern Sofortmaßnahmen für Kinderstationen

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Intensivmediziner fordern Sofortmaßnahmen für Kinderstationen
© ©Werner Krueper Fotografie und Film

Angesichts wachsender Probleme auf Kinderintensivstationen drängt die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) darauf, schnell Maßnahmen zu ergreifen. Beim DIVI-Jahreskongresses in Hamburg forderten die Intensiv- und Notfallmediziner, das Fallpauschalensystem zu ändern und Pflegekräfte besser zu bezahlen. "Gemeinsam mit der Politik müssen wir Intensivmediziner dafür sorgen, dass ein sofortiger Maßnahmenkatalog die langfristige Versorgungssituation in deutschen Kinderkliniken sicherstellt", so Florian Hoffmann, Sprecher der DIVI-Sektion "Pädiatrische Intensiv- und Notfallmedizin".

Problematisch sei unter anderem, dass die hohen Vorhaltekosten von Kinderkliniken bei saisonal stark schwankenden Belegungszahlen nicht finanziell im DRG-System abgebildet würden. Zudem dauerten Maßnahmen bei Kindern oft vielfach länger als bei erwachsenen Patienten. "So ist beispielsweise die Blutentnahme bei Erwachsenen in wenigen Minuten erledigt, bei einem Kind kann das schon mal einen Arzt und eine Pflegekraft für eine halbe Stunde beschäftigen", so Hoffmann. "Wir müssen also dringend vom klassischen System der Fallpauschale wegkommen, das für die Kinderintensivmedizin in dieser Form gänzlich ungeeignet ist."

Wie die Intensiv- und Notfallmediziner beklagen, haben die Kinderkliniken zudem mit starkem Personalmangel in der Pflege zu kämpfen. Wenn das Personal fehle, könnten Betten nicht belegt werden. Das betreffe derzeit rund 20 Prozent der Kinderintensivbetten in Deutschland.

Ein weiteres Problem stelle die Abschaffung der Kinderkrankenpflege als eigenständige Ausbildung zugunsten der generalistischen Pflegeausbildung dar. "Viele junge Menschen brennen für genau diesen Beruf der Kinderkrankenpflege, müssen sich aber durch die geänderten Ausbildungsbedingungen erstmal durch eine generalistische Krankenpflegeausbildung kämpfen, um sich dann am Ende endlich auf Kinder spezialisieren zu können", sagte Hoffmann. Es sei jedoch weiterhin die spezialisierte Fachausbildung der Kinderkrankenpflege nötig. "Nur so können Kliniken anschließend Kinderkrankenpflegkräfte einstellen, die den hohen Anforderungen im Umgang mit kranken Kindern gewachsen sind!", so der Kindermediziner. Dafür müsse die Politik jetzt die Rahmenbedingungen schaffen.

Autor

 Hendrik Bensch

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