Geistige und schwere Mehrfachbehinderungen

DEKV und Ersatzkassen feilen an neuem Qualitätsvertrag

  • News des Tages
DEKV und Ersatzkassen feilen an neuem Qualitätsvertrag
© GettyImages/Wavebreakmedia
Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEVK) will gemeinsam mit den Krankenkassen die Voraussetzung für einen Qualitätsvertrag zur Versorgung von Patienten mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen schaffen. Unter anderem anderem wäre ein Vertrag, der für mehrere Krankenkassen offen ist, wünschenswert, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn von den mittelgradigen, schweren und schwersten Binderungen sind zwanzig Prozent der rund 1,5 Millionen Menschen mit geistigen Behinderungen, also rund 300.000 Menschen, betroffen. 

Gemeinsam mit der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel und den Ersatzkassen und weiteren Kassenarten verfolgt der Verband demnach das Ziel, einem Qualitätsvertrag nach § 110a SGB V für Menschen mit geistigen und schweren Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus näher zu kommen. Die Gestaltung stelle die Vertragspartner allerdings vor Herausforderungen, so der DEKV. Die Möglichkeiten und Fähigkeiten dieser besonderen Patientengruppe seien individuell sehr verschieden. "Dennoch müssen Evaluationskennziffern und Messgrößen entwickelt werden, die die Verbesserungen für die Patientinnen und Patienten abbilden. Darüber hinaus muss ein umfassendes Vertragswerk gestaltet werden, das den Besonderheiten dieser vulnerablen und inhomogenen Patientengruppe Rechnung trägt", heißt es in der Mitteilung. 

Der DEKV hat fünf Bereiche definiert, in denen er Handlungsbedarf sieht: 

  • Ein strukturiertes Aufnahmemanagement muss Menschen mit geistigen und Mehrfachbehinderungen die Möglichkeit bieten, sich der neuen Umgebung anzupassen und Mitarbeitern Zeit geben, auf die Besonderheiten und die Kommunikationsmöglichkeiten der Betroffenen einzugehen.
  • Darüber hinaus ist es gerade für diese Patientengruppe wichtig, in der Ausnahmesituation im Krankenhaus eine vertraute Bezugsperson an der Seite zu haben. Diese Bezugsperson sollte Ansprechpartner für alle Fragen sein und mit den Kommunikationsfähigkeiten des Patienten vertraut sein.
  • Alle Mitarbeitenden müssen die Besonderheiten der Kommunikation kennen und Diagnosen sollten bei komplizierten Fällen in interdisziplinären Fallkonferenzen besprochen werden. Wichtig ist dabei, einen Behandlungsplan zu entwickeln, der bedarfsgerecht und zielgerichtet ist, aber den Menschen als Ganzes und sein Umfeld mit einbezieht.
  • Ein strukturiertes Entlassmanagement muss auf die Bedürfnisse von Menschen mit geistigen und schweren Mehrfachbehinderungen abgestimmt werden. Zudem muss es sicherstellen, dass die Patienteninformationen des Krankenhauses an die betreuenden Einrichtungen und den behandelnden Arzt weitergegeben werden.
  • Um Menschen mit Behinderungen qualifiziert zu versorgen, müssen alle Mitarbeitenden im Krankenhaus entsprechend fort- und weitergebildet werden.

Autor

 Christina Spies

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche



Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich