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Forscher scannen Medizintechnik

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Forscher scannen Medizintechnik
© GettyImages/EThamPhoto

Krankenhäuser geraten immer häufiger in das Visier von Cyberkriminellen. In dem Verbundprojekt "MITSicherheit.NRW" haben Wissenschaftler der FH Münster neue Instrumente zur Absicherung medizinischer Systeme entwickelt. Das Projekt hatte insgesamt eine Laufzeit von drei Jahren und fand nun seinen Abschluss. Während der Projektphase wurden gravierende Sicherheitslücken in der Telematikinfrastruktur des Gesundheitswesens aufgedeckt, von der bundesweit rund 200 Arztpraxen betroffen waren, heißt es in einer Mitteilung. "Wir haben insgesamt mehrere hundert konkrete Sicherheitslücken aufgedeckt, die durch die Kooperation mit den zuständigen Behörden geschlossen werden konnten", berichtet Doktorand Christoph Saatjohann vom Labor für IT-Sicherheit. Teilweise gebe es auch systematische Fehler.

Normalerweise werden mithilfe von Penetrationstests Sicherheitslücken identifiziert. Für medizinische Geräte gab es jedoch bislang noch keine zuverlässigen Scanner. Im Rahmen des Projekts wurden drei Instrumente zur Verbesserung der Cybersicherheit entwickelt. Sebastian Schinzel sowie die Doktoranden Fabian Ising und Christoph Saatjohann aus dem Labor für IT-Sicherheit der FH Münster fokussierten sich auf den sogenannten Large-Scale-Scanner, mit dem sie zahlreiche Angriffspunkte aus dem Internet identifizierten. Weitere neu entwickelte Instrumente sind der Scanner „MedVAS“, der einen Verwundbarkeitsscan der IT-Infrastruktur in Krankenhäusern bei laufendem Betrieb ermöglicht, sowie die Testumgebung „MedFUZZ“ für die medizinischen Standardprotokolle DICOM und HL7, mit der Medizintechnikunternehmen Sicherheitslücken oder Instabilitäten der eigenen Software testen können. 

"MITSicherheit.NRW" ist ein von der Landesregierung und der EU mit 1,7 Millionen Euro gefördertes Forschungs- und Entwicklungsprojekt. 

    Autor

     Luisa-Maria Hollmig

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