Baum: Beim Psych-Entgelt brauchen wir zwei Jahre mehr Zeit

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„In unseren Krankenhäusern arbeiten keine Mörder und von Geld getrieben Operateure.“ Mit diesem Zitat führte Moderator Matthias Kowalski heute Nachmittag auf dem 13. Nationalen DRG-Forum Georg Baum, den Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), ein. Für diesen sind die Leistungsfähigkeit und die Versorgungssicherheit der Kliniken hierzulande bereits maximal, ebenso die Produktivität: „Die eine Millionen Mitarbeiter in den deutschen Krankenhäusern verdienen unseren Respekt, und es sollte Schluss sein mit den Diffamierungen.“ In der Öffentlichkeit würde immer wieder dargestellt, Kliniken kassierten 60.000 Euro für ein Frühchen. Dass viele Fälle dabei auch sehr viel teurer seien für die Kliniken, schreibe niemand.

Bei seiner Bilanz nach 13 Jahren Fallpauschalen gab sich der Hauptgeschäftsführer aber kritisch: „Meine größte Enttäuschung ist, dass heute der MDK in den Krankenhäusern ein und aus geht. Das zwingt uns ungeheure Bürokratisierungskosten auf.“ Dennoch sieht Baum keine Alternative zu den DRG. Sie müssten nur immer weiter ausgefeilt werden.

Den Koalitionsvertrag sieht Baum positiv. Auch einen Fonds, der die Umwandlung kleiner, unwirtschaftlicher Kliniken in ambulante Einrichtungen finanzieren soll, würde der DKG-Chef begrüßen. Nur: Er dürfe keinesfalls von den Krankenhäusern bezahlt werden.

Auch in der Krankenhausplanung soll das Thema Qualität eine Rolle spielen, findet Baum. Dann dürften aber nicht Qualitätszahlen für einzelne Behandlungen heraus gepickt werden, sondern es müsse ein übergreifender Maßstab heran gezogen werden. Bei den Psych-Entgelten erbittet Baum noch Geduld von der Politik. Der Druck, der derzeit ausgeübt werde, führe zu einer hoch explosiven Lage in den Psychiatrien. Baums Forderung: „Wir sind ja dafür, brauchen aber noch zwei Jahre mehr Zeit.“

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