Klinikum München: Wusste die Stadt Bescheid?

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Hinter den Kulissen der finanziell maroden Städtischen Kliniken rumort es weiter. Es geht um die Schuldfrage an dem hohen Defizit von rund 41 Millionen Euro der fünf kommunalen Krankenhäuser und um juristische Konsequenzen. Eventuell hat die Stadtspitze verzögert gehandelt. Darüber berichtet heute Merkur Online. Für die ehemalige Geschäftsführerin Elizabeth Harrison steht am 19. Mai ein Termin vor dem Landgericht an. Unter anderem geht es um ihr Gehalt, das seit ihrer Kündigung eingefroren ist. Harrison hatte im Dezember ihr Amt als Geschäftsführerin der Städtischen Kliniken niedergelegt und war anschließend von der Stadt entlassen worden.

Wie Merkur Online berichtet, könne jedoch möglicher Weise nicht hauptsächlich der Ex-Chefin die Schuld an der Misere gegeben werden. So habe der dritte Bürgermeister Hep Monatzeder den Stadtrat beschuldigt, jahrelang Zeit verschwendet zu haben. Bereits vor sieben Jahren sei im Auftrag der Stadt ein Gutachten über das Klinikum Schwabing erstellt worden, in dem es hieß, das Klinikum sei in seiner derzeitigen Struktur „nicht zukunftsfähig“. Das Gutachten sei in der Schublade verschwunden.  Im Frühjahr 2012 habe der Aufsichtsrat ein Sanierungskonzept der Geschäftsführung abgesegnet. Damals sei man noch von Wachstum ausgegangen, lediglich 340 Stellen hätten gestrichen werden sollen. Bereits Mitte 2012 habe die Klinikleitung den OB informiert, dass dies nicht ausreiche und der Abbau von 1100 Vollzeitstellen notwendig sei.
 

Harrison habe Forderungen gestellt, darunter einen Not-Tarif, die Gründung einer gemeinnützigen GmbH, den Bau eines neuen Nordklinikums, die Fremdvergabe von Dienstleistungen und die Gründung einer BauGmbH. Nichts davon sei umgesetzt worden. Offiziell hätten Stadtspitze und Geschäftsführung an der Wachstums-Prognose festgehalten, obwohl hinter verschlossenen Türen über drastische Einschnitte debattiert worden sei. Klinik-Finanz-Chef Freddy Bergmann habe mehr Geld für die Kliniken gefordert und vor einer Insolvenz gewarnt. Die Stadt habe sehr wohl gewusst, wie ernst die Lage sei, so die Folgerung des Merkur, der Zugang zu entsprechenden Papieren hat. „Es wird vertuscht und verheimlicht“, habe kürzlich der CSU-Abgeordnete Georg Eisenreich resümiert. Ude leite ein intransparentes „Küchenkabinett“, das die Kliniken nur bis über die Wahl retten sollte.

 

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